Die Provokation von Zufällen
Wann haben wir eigentlich aufgehört an die „glücklichen Zufälle“ zu glauben? Vielleicht spätestens nach dem Einstieg in die Wirtschaftswelt, die alles planen und kontrollieren möchte. Nichts darf „zufällig“ sein, Unvorhersehbarkeit ist schlecht. So tickt der Großteil der Gesellschaft.
Doch in einer komplexen Gesellschaft wie der unseren, mit so vielen Netzwerken, Schnittpunkten und verworrenen Kommunikationskanälen, wie kann man da eigentlich NICHT auf Zufälle bauen?
Wie groß ist die Chance, dass gerade in dem Moment, in dem man eine Status Meldung auf Facebook, einen Tweet auf Twitter in die Welt schickt, die „richtigen“ Personen diese auch wahrnehmen?
Eigentlich ist diese tägliche Social Media Gewitter nichts anderes als das Auswerfen einer Flaschenpost ins Meer. Wir hoffen sie wird angespült, gefunden und gelesen. Die Chancen stehen eher schlecht, aber wir machen mit.
Inzwischen reifen wir zu Provokateuren von Zufällen. Wir spielen mit den Möglichkeiten, ohne uns auf statistische Wahrscheinlichkeiten verlassen zu können. Wir tun es einfach und für mache Außenstehende wirkt das sinnlos und zeitverschwenderisch.
Aber es passiert. Die Zufälle entstehen. Man bekommt die richtigen Antworten, findet die gesuchten Partner, wichtigen Input, wertvolle Aufträge oder mediale Aufmerksamkeit, weil zufällig ein Journalist die Botschaft wahrnimmt.
Es bleibt aber zufällig.
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“Eigentlich ist diese tägliche Social Media Gewitter nichts anderes als das Auswerfen einer Flaschenpost ins Meer.” Schön formuliert – auch wenn ich eher daran Glaube, dass es die Selbstdarstellung ist, die die Menschen antreibt, ihre “Flasche ins Meer” werfen. Aber wer heutzutage noch an Zufälle glaubt, der wird auch in der Gesellschaft nur als armer Träumer abgestempelt – dabei wäre es mal schön, wenn dadurch frischer Wind in die graue Einheitsmasse geweht werden würde!