14 Tage ohne „Gefällt mir“
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Der letzte Tag der mir selbst auferlegten Medien- Askese von schnellen, hochfrequenten Diensten und negativen Weltnachrichten. Und? Gefühlt waren es unglaublich lange 14 Tage. Das Zeitgefühl hat sich verändert und ein alter, fast vergessener Bekannter kam zurück in den Alltag: Langeweile.
Fällt die Möglichkeit weg, jede langweilige Minute damit zu füllen, schnell das iPhone zu schnappen und mal zu schauen was Journalisten, Blogger oder die Freunde auf Facebook gerade schreiben, kehrt Ruhe ein. Da sitzt man plötzlich und schaut einfach nur in die Landschaft, holt sich ein Buch, macht ein Schläfchen oder – und das ist wohl die Königsdisziplin – man denkt einfach nur nach. Zeit zum Reflektieren, Innehalten, Gedanken sortieren und Träumen. Die Augen lösen sich von den nach Aufmerksamkeit gierenden, erweiterten Display Welten. Man ist im HIER. Nicht schon wieder kurz mal weg, um sich noch mehr Information rein zu ziehen, für deren Verwertung, Interpretation oder Weiterentwicklung keine Zeit bleibt.
14 Tage Askese und ich habe die Ketten der digitalen Mienenarbeit abgelegt. Nun sitze ich hier und tippe entspannt diesen Blogbeitrag. Sonst nichts. Singularität. Das “gefällt mir”.
Ich will mehr von weniger. Ab morgen bin ich zwar wieder mit dem Social Web verbunden, den Umgang damit werde ich aber neu definieren. Twitter wird nur noch temporär als Event- Chatraum genützt. Foursquare deaktiviert. Facebook moderat zum verbreiten eigener Blogbeiträge und zum Diskutieren spezifischer Gedanken genützt. Das hochfrequente Weiterschaufeln von Links zu noch mehr Information ist zu Ende.
Vor allem der Abstand von den angeblich so wichtigen Nachrichten ist eine Wohltat. Die absurde Fixierung auf negative Meldungen, zynische Interviews und oberflächliche Berichte ist die Seuche #1 von der ich mich weiter fern halten werde. Tschüss Herr Armin Wolf, ich werde sie (digital) nicht mehr wieder sehen. Die Wochenendausgabe der “die Zeit” reicht mir vollkommen, um Überblick zu behalten. In der Zwischenzeit verliere ich mich genüsslich in die Tiefe von Büchern, Magazinen und Gesprächen bei einem Glas Wein.
2012. Weniger. Und Mehr.
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exakt: Qualität statt Quantität.
gefällt mir!!
wunderbar, freut mich
mir geht es bei ‘medienaskesen’ überigens ganz genau so! alles gute für 2012 zu dir!
Übrigens SilberWxpert heißt SilberExpert.
Da kam mir beim Schreiben eine falsche Taste ins Gehege! Der Kommentar bleibt aber aufrecht. Eingefallen ist mir dazu allerdings noch das Buch: “Ich bin dann mal offline!” Empfehlenswert!
Ganz ehrlich: mit dem Ergebnis hatte ich gerechnet. Nach meinem Selbstversuch im letzten Sommer – 10 Tage Nordseeluft auf Amrum ohne digitalen Medien – war ich genauso weit. Nur leider fing mich der Sog wieder ein. Mein Tipp: ab und zu den Artikel hier auf Wiedervorlage legen. So einmal im Monat vielleicht?!
Ich freu mich aber, dass es mir nicht nur allein so geht!
Übrigens: dank weniger PC-Sitzerei über die Feiertage haben sich meine Augen so regeneriert, dass ich jetzt durchaus auch wieder ohne Lesebrille lesen kann. Genial! Das könnte also auch ein Maß für den Zeitpunkt sein, wann der Askese-Zeitpunkt mal wieder erreicht ist.
2012 Grüße an alle!
Das nennt man eisern und diszipliniert. Wir sollten uns alle ein Scheibchen abschneiden. Gratulation Hannes, Sie zeigen’s uns vor, wie’s (auch) geht
Habe von Mitte Dezember bis Ende des Jahres auch 14 Tage Auszeit von Facebook genommen. Weniger Aufregung, weniger unnütze Information. Aber seit einer Woche wieder reaktiviert und wieder im alten Trott, leider..
Hallo Hannes!
Bin auch aus meine “Leseurlaub” zurück und denke das genau diese Auszeiten die Quelle für Neues sein können. Freue mich auch ein Gespräch bei einen Glas Wein.
Auf ein tolles Jahr 2012. Mögen alle deine Wünsche in Erfüllung gehen
Martin
Ich gratuliere dir und freue mich für dich, dass du diese Erkenntnisse für dich gewinnen konntest. Ich sag jetzt mal ganz frecht: es wurde Zeit
. Wunderbar und heilsam, was sich grad so tut in der Welt… wenn auch manchmal tragisch…,
Servus Hannes,
gratuliere! “Gefällt mir!”
Alles Gute auf diesem Weg. Und 2012.
VG
Alfred
Grüß Dich Hannes,
danke erst einmal für den Anreiz, den du mit dieser Story in mir ausgelöst hast.
Ich beschäftige mich jetzt schon seit längerem mit dem “weniger” an Nachrichten und schnellen Medien. Jedoch ist es wie bei so vielen Dingen schleichend wieder gekommen – das Laster, alle paar Minuten das Gefühl zu haben man verpasst etwas auf Facebook.
Durch deinen Beitrag hab ich mich jetzt wieder zusammengenommen und verfolge das Ziel weiter.
Jetzt unter anderem mit Meditation und im Sommer mit einem 10 Tage andauerndem Vipassana-Seminar.
Dabei geht es um 10 Tage Meditation, innere Ruhe und vor allem KEINE Kommunikation. Man darf während den 10 Tagen ausschließlich mit seinem Trainer reden – das aber auch nur um Probleme zu klären.
Ich bin schon sehr sehr gespannt darauf.
Lg aus OÖ.
Michael
Hi Hannes,
habe gerade auch eine Mail an Nicole geschrieben.
Gerne würde ich die Achse Berlin/Wien ausbauen. Mit&jenseits von forum Nachhaltig Wirtschaften.
Und: wie sehr hochfrequentes Arbeiten und mal wirklich offline wichtig sind, kenne ich sehr. Ich persönlich bin ja ein echter Meditationsfan.
freue mich von dir&euch zu hören
Alistair
Facebook und Twitter sind wie Rauchen. Am besten man fängt gar nicht erst damit an.