Entschleunigung: Medien Askese zum Jahreswechsel

Dez 20, 2011 7 Kommentare Medien
 

Es geht los. Ich starte in entschleunigende 14 Tage. Zwei Wochen lang gönne ich mir die Askese von “schnellen Medien”. Ab morgen gibt es für mich kein TV, Radio, Tageszeitungen, Nachrichtenseiten im Web, kein Facebook, Xing, Twitter, Foursquare & Co.

Das ist jetzt nicht die Sensation. Da gab es schon früher Nerds, die sich eine Zwangsdiät von den hochfrequenten Kanälen auferlegt haben. Für mich ist es aber kein „Verzicht“, denn ich werde das Dauerfeuer auf mein Hirn sicher nicht vermissen. Jetzt, kurz vor dem Start der Askese fühlt es sich wie eine bevorstehende Belohnung an.

Inspiriert haben mich auch nicht ausgebrannte Nerds, sondern die zwei Philosophen Maria Schulak und Rahim Taghizagedan, die ihm Kurier Interview von ihrer Askese erzählen. Schon länger beneide ich Rahim um seine Konsequenz, sich von diesem intellektuellen Störfeuer der Neuzeit fern zu halten. Er hat sich ein Umfeld geschaffen, das ihm den beinahe totalen Ausstieg erlaubt. Das ist nicht mein Ziel, aber das Interview hat in mir eine Sehnsucht entfacht, es ihnen – temporär – gleich zu machen.

Schulak: Im Grunde stimmt’s. Natürlich fliegt uns hin und wieder eine Zeitung zu. Aber da wir versuchen, gemeinsam mit anderen Menschen Erkenntnisse zu gewinnen, indem wir studieren, lesen, schreiben und viele Veranstaltungen machen, ist das eine Art von Askese oder Diät, die wir uns auferlegt haben.

Ich will das jetzt mal auch.

Heute noch schließe ich mein TV Kabel ab, übergebe den Login zu den Social Media Diensten einer Freundin die das Passwort ändert, deaktiviere die mobilen Daten am iPhone und gönne meinem Kopf eine Luxus- Reha von den niveaulosen Pseudo- Diskussionsrunden im österreichischen Fernsehen und den im Minutentakt eintrommelnden Likes, Shares und Updates.

Dafür widme ich mich dem bedrohlich wachsenden Stapel an Büchern auf meinem Tisch und dem darunter liegenden Fundament an Magazinen. Ich werde feine Musik hören, vielleicht ein paar gute Filme auf DVD ansehen und mich verstärkt dem Schreiben widmen. Und: Natürlich viel Zeit in der Natur verbringen. Das einzige Social Media Fenster wird die Kommentarfunktion in meinem Blog sein.

Einen Erfahrungsbericht über meine Askese gibt es dann hier im Blog. Und wenn euch das jetzt sehr gefällt, dann klickt auf „gefällt mir“ – oder noch besser: Macht doch einfach mit. Eine hilfreiche Frage die man sich stellen kann: Würde solch eine Reduktion meiner Mediennutzung die Qualität der Feiertage erhöhen?

PS: Bei Interesse lohnt sich ein Abo via Email, denn auf Facebook wird die Chance immer geringer, dass ihr neue Artikel mitbekommt.


 

7 Kommentare zu “Entschleunigung: Medien Askese zum Jahreswechsel”

  1. Jan says:

    ich finde es schon interessant, dass Du Dir dafür hilfe von aussen organisiert hast (freundin), um nicht ‘schnell schwach’ werden zu können. :-)

    ich kann deine aktion sehr gut nachvollziehen. bin gespannt, was Du berichten wirst…

    enjoy a good time &
    sunshine!
    Jan

  2. Hannes Offenbacher says:

    Die Nicht-Verfügbarkeit des Zugriffs erleichtert das Loslassen ;)

  3. gisela says:

    glückwunsch – sehr gute idee und ich bin auch schon gespannt auf den erfahrungsbericht! viel ruhe & vergnügen in der “wirklichen” welt!! und das nicht-zugreifen-können bringt zusätzlich zeit, die man sonst mit der überlegung “sollt ich vielleicht doch mal schauen?” verbringen könnte.. ;)
    feel freude mit der medien-askese!!
    gisela

  4. Franzi says:

    Das ist gut! Wir verbringen die nächsten Tage in einem Tal, in dem schon Handy-Empfang eine Rarität ist. Und ich freu mich drauf! :) Dir auch viel Spaß, das wird toll!

  5. Johannes Frühmann says:

    bin dabei! von 24.12. – 02.01… vielleicht sollte ich meine Logins zu diesem Zweck meinen Kindern übergeben!?!

    Frohe Weihnachten!

  6. Ursula Holzer says:

    Vielleicht versuche ich es im Sommer! In St. Gilgen, wenn ich bei meinen Schwiegereltern im wunderschonen Salzkammergut bin! Zum Einstig, aber nur drei Tage! Der Netzempfang ist dort eh nur ärgerlich!In der kalten Winterzeit mag ich einfach die Medien zu gerne. Hut ab vor allen, die es probieren!

  7. Nimm dir eine Auszeit. « mach es anders says:

    [...] Hannes Offenbacher macht es anders: Nimmt sich eine Auszeit von dem Ganzem. schau mal auf http://www.bessergehtsimmer.at [...]

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