Mesnerhof: Ein Refugium für Neues

Aug 04, 2011 4 Kommentare Raumschiff
 

[Raumschiff]: Der Mesnerhof in Tirol ist einer dieser besonderen Plätze, von denen man in coolen Magazinen liest. Er hätte sogar Brand eins Potential. Versteckt am “schönsten Ende der Welt”, wie es die FAZ titelte, liegt der Mesnerhof, eingebetet vom Tiroler Rofangebirge und umhüllt von: Stille.

Es ist ein ambitionierter Plan, den der Initiator und Inhaber Georg Gasteiger mit dem historischen Bauernhof vor hat. Also ganz nach meinem Geschmack. Seit 2009 arbeitet er daran, den Mesnerhof zum “Refugium für Neues” zu entwickeln. Ziel ist “der Aufbau einer realen Gegenposition zum globalen Hype virtueller Netzwerke – echte Menschen, echte Werte, echte Beziehungen“.

5 Tage lang war ich diesen Sommer vor Ort und konnte vom Nektar der “Langeweile” kosten. Es lohnt sich einfach nur dort zu sein, den Ort und die Ruhe wirken zu lassen. 3 mal am Tag fährt ein Postbus vorbei. Drinnen sitzen selten Leute. 5 Minuten vom Hof entfernt entdeckte ich ein grandioses Tal, in dem die Brandenberger Arche eine wunderschöne Landschaft geformt hat. Das entspannte Laufen entlang dieser Schönheit, war bis heute mein “Moment des Sommers” 2011.

Der Hof selbst übt sich in Zurückhaltung. Die Zimmer sind einfach, die Küche mit Stube hat ursprünglichen Charakter, ohne kitschig zu sein. Die Abende sind lang und nach der 3 Nacht spürt man die einkehrende Stille im Kopf. Gerade als Stadtbewohner braucht man solche Auszeiten, sollte regelmäßig Klausur machen und sich ein Quantum Zeit gönnen, wo man nichts (gezielt) tut, damit einem etwas Neues einfällt.

Derzeit stehen 10 Betten in 5 Zimmern für Gäste bereit. Bezahlt wird nach dem “pay as u wish” Prinzip. Die Weiterentwicklungspläne von Georg sind fesselnd. Die große Tenne beflügelt die Fantasie, es ist leicht sich in diesem großen, offenen Raum beschwingte Events vorzustellen. Das Nebenhaus steht bis dato noch leer, soll in den nächsten Jahren aber ebenso adapiert werden. Lounge, CoWorking und mehr – entstehen kann viel, doch noch ist alles offen. Mitspieler werden gesucht.

Noch ist der Mesnerhof ein Geheimtipp, was ich mit diesem Beitrag auch ändern möchte. Es ist ein wunderschönes Projekt das in mir sofort das Gefühl des “ich möchte mitmachen” geweckt hat. Und: Ich muss einfach wieder kommen. Noch in diesen Herbst.

Es sind solche Orte, die wir in dieser hochfrequenten Zeit immer mehr brauchen werden, um vom getriebenen Reagieren ins klare Agieren zurück zu kommen.

In der Kolumne [Raumschiff] berichtet Hannes von außergewöhnlichen Orten, besonderen Kraftplätzen, die er bei seinen beruflichen und privaten Streifzügen entdeckt. Der Begriff “Ort” ist dabei nicht zu eng zu verstehen. Anregungen für Orte, die Hannes besuchen sollte, sind erwünscht!


 

4 Kommentare zu “Mesnerhof: Ein Refugium für Neues”

  1. Robert Lender says:

    Ich nehme mir auch gerne Auszeiten, schalte bewußt Internet und Handy, lasse Social Networks woanders sozial sein und mag ein gutes Buch (Papier oder eBook) und ein wenig Selbstbesinnung …

    Aber wenn ich lese “echte Menschen, echte Werte, echte Beziehungen” dann nehme ich zwar an, ich weiß, worauf die hinaus möchtest.
    Andererseits möchte ich schon festhalten, dass ich auch (mit Betonung auf auch) im Web “echte” Menschen getroffen habe, immer wieder mit ihnen kommuniziere,… Etliche Projekte vermitteln “echte” Werte im Netz. Und manch eine Beziehung hat sich im Internet entwickelt, halte ich dort auch aufrecht oder führe ich dann irgendwann und irgendwo sogar im Offline Leben weiter.

    Vielleicht hat mich einfach der Begriff “echt” irritiert, da ich das “Internet” für nicht unechter halte als so manche Lebenssituation außerhalb.

    Wollte es nur mal gesagt haben :) Ansonsten ist das Bild der Sonnenliegen in der grünen Wiese ein guter Ansporn mal wieder selbst auszuspannen :)

  2. Hannes Offenbacher says:

    Lieber Robert, ich denke das Georg mit der Formulierung das anspricht, wo wir uns wohl alle einig sind. Das Beziehungen die wir “offline” verdichten das wertvollste sind, was wir haben. Dazu braucht es das “in die Augen schauen”. Natürlich sind die Menschen im Web auch “echt” (meistens), aber mir wäre dein Kommentar hier nicht so wichtig, wenn ich dich nicht offline kennengelernt hätte. Und es ist ja nicht umsonst so, dass gerade die “Webszene” immer wieder offline Events entwickelt ;)

  3. roland says:

    Wow, das klingt echt sehr entspannend und vielversprechend für die Zukunft. Danke für den Tipp. Schön, dass es Menschen gibt die solche Orte finden und verbreiten.
    Für Georg ist es vermutlich gut diese Art der Werbung zu haben. Andererseits braucht es aber auch ein gutes Konzept um nicht zum “Hype” zu werden und trotzdem den Betrieb aufrecht erhalten zu können.
    Da braucht es vermutlich gute Ideengeber. Seid ihr mit im Boot ;-)

  4. Hannes Offenbacher says:

    Ja, es braucht eine gute Dosierung! Wir sind an Bord, wollen vor Ort öfter ein kleines Format für unser engeres Netzwerk aufbauen. Es ist einfach fantastisch dort.

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