Ein Gigant steigt in den politischen Ring
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[Ambrosia]: Es bebt in der österreichischen Politszene. Wenn auch wohl hinter verschlossenen Türen. Das Wochenmagazin Format veröffentlichte ein Interview mit dem österreichischen Multimilliardär Frank Stronach, in dem er erstmals sehr konkret und ohne Zweifel bekannt gab, dass er eine neue politische Bewegung starten und finanzieren wird.

Warum das die anderen Parteien jucken sollte? Hat er denn überhaupt eine Chance? Das kann man aktuell – zumindest nicht seriös – beantworten, denn es hängt dann doch sehr stark von der genauen Ausformung und Umsetzung der grob skizzierten Ziele Stronachs ab, ob ein solches Projekt erfolgreich ist. Dennoch: Stronach glänzt für mich mit seiner Klarheit und Authentizität. Auf Fragen gibt er konkrete und ungeschönte Antworten und hat dabei sichtlich keine Angst, jemand nicht zu gefallen. Wie erfrischend!
Mich freut das angekündigte Engagement. Die bestehende politische Landschaft Österreichs braucht noch mehr Wettbewerb, um sich rasch zu erneuern und für die Zukunft aufzustellen. Und Stronach muss in einer anderen Dimension als sonstige, neue Parteien gesehen werden. Zur Erinnerung: Der Selfmade Mann sitzt auf 2 Milliarden Privatvermögen. Mit dieser Kriegskasse will er als erstes ein politisches Magazin (oder Beilage) starten, was im von Null auf Hundert eine substanzielle Reichweite im Land bringen kann. Auch die Beteiligung an einem Fernsehsender ist eine Option. Auch klassische Plakat- und Inserat- Kampagnen werden ihn finanziell nicht fordern. Jaja, das erinnert sofort an Berlusconi. Aber lassen wir das mal an dieser Stelle.
Auf jeden Fall passiert etwas. Nach Hannes Androsch, der mit seinem Volksbegehren kämpft, steigt ein weiterer, vermögender Österreicher in den Ring, um politisch etwas zu bewegen. Das kann nur begrüßt werden. Vor allem Stronachs Fokus auf eine Parlamentsreform – bei der er von einem besseren Management des Staates spricht – ist ein heißes Eisen das schon lange überfällig ist.
Was sein Beweggrund ist, in diesem Alter und nach dieser Erfolgsgeschichte nochmals aktiv zu werden? Er meint im Interview, er möchte nicht, dass seine Enkelkinder später einmal fragen, warum Opa nichts unternommen hat – obwohl er alle Möglichkeiten dazu hatte. Ich hoffe dieses Denken schwappt auf andere vermögende Personen über. Denn: Aus großem Vermögen erwächst einfach große Verantwortung.
Ich bin gespannt. Und was denkt ihr? Hier das Interview zum Nachlesen
In der regelmäßigen Kolumne “Ambrosia” beschäftigt sich Hannes Offenbacher mit Gesellschaft und Politik – nicht aber mit den Farbenspielen der Parteipolitik. Es geht um einen Blick von oben und die Suche nach positiven Entwicklungen und Chancen. Begriff: Ambrosia bezeichnet in der griechischen Mythologie die Götternahrung
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