Mein persönlicher Almauftrieb und Gedanken zur Zeit

Jul 31, 2011 2 Kommentare Logbuch

[Ahoi!] Zeit ist relativ. Danke Einstein. Der Juli war wieder mal so ein Monat, dessen Wochen rasend schnell verflogen sind. Gerne hätte ich diesen Monat etwas gedehnt. Immerhin, die IdeenAlm in Alpbach steht vor der Tür und so gibt es genügend zu tun. In nur 2 Wochen brechen wir auf und werden 4 Wochen lang in 1300 Höhenmetern verbringen. Die (noch geheime) Gästeliste füllt sich und es werden einige geniale Persönlichkeiten vorbei kommen. Vorfreude.

Doch zurück. Wie war das mit der Zeit? Ich übe mich gerade darin, die Zeit langsamer vergehen zu lassen. Auch eine Mitgliedschaft im Verein zur Verzögerung der Zeit habe ich schon überlegt. Zeit ist Geld. Geld ist Macht. Beide Sprüche sind von gestern. Heute zählt vielmehr: (Frei) Zeit ist Kraft. Wer keinen Freiraum hat, wer im Berufsalltag den Sachen immer hinten her rennt, mehr reagiert als besonnen agiert, der wird nicht weit kommen. Oder es gehen ihm die Batterien aus.

Da ist so ein järhlicher “Almauftrieb” wirklich von besonderer Qualität. In den nächsten Wochen gibt es kein “ins Büro fahren”. Raum schafft Kultur – und so eine Almhütte mit Blick über das Inntal ähnelt der grauen Stadtbürowelt in keiner Weise. Aufstehen, Cafe machen und mit der dampfenden Tasse am Balkon stehen, um den aufsteigenden Nebelschwaden zuzusehen.

Gerade Morgenrituale scheinen mir von großer Bedeutung. Und nein, das Smartphone noch im Bett liegend in die Hand zu nehmen ist wohl keine gesunde Sache, um eine neue Zeitqualität zu erlangen. Ich habe mich dazu entschlossen, die 4 Wochen auf der IdeenAlm mit einem Morgenlauf zu beginnen. Ausnahme nur bei Extremwetter wie Hagel, Schnee oder Gewittern.

Doch um was geht es uns eigentlich? Der Fehler liegt wohl im vermeintlichen Streben nach Effizienz. Man kann auch das Falsche immer besser machen, wie es Braungart schön formulierte. Gut ist das dennoch nicht. Die eigentliche Qualität ist die Effektivität. Das Richtige tun. Die Hebel finden. Und um rauszufinden, wie man diese steigert, muss man zuerst Zeit finden, in der man nichts (operatives) tut. Doch wer hat heute noch Zeit zum Innehalten, Reflektieren und Grübeln?

Wir alle haben sie. Eigentlich. Wir müssen sie uns nur wieder nehmen.

PS: Wer mich auf der IdeeAlm besuchen will und auch mal “Abschalten” möchte, sollte beim IdeenAlm Festival vorbei schauen!

 

2 Kommentare zu “Mein persönlicher Almauftrieb und Gedanken zur Zeit”

  1. Johannes Frühmann says:

    Lieber Hannes,
    ich fühle von Ganzem Herzen mit dir. Die Zeitqualität ist der Schlüssel – auch zur gefühlten Lebensqualität. Effektivität beginnt mit der inneren Haltung. Ich gib dir einen Buchtipp mit auf die Alm. Thich Nhat Hanh. Ich pflanze ein Lächeln.

    Das Buch ist voll mit Ritualen zur Verlangsamung. Es fängt an mit den Worten: “Jeden Morgen beim Aufwachen haben wir 24 brandneue Stunden zu leben. Ein köstliches Geschenk!”

    alles liebe, Johannes

  2. Jean says:

    Gute Ausfuehrungen! Ich werde mich damit in Zukunft mehr auseinandersetzen! Freue mich auf weitere Eintraege!

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