(M)ein Traum: Kneissl Übernahme
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Die traditionsreiche Skimarke Kneissl steht – wieder – in den tiefroten Zahlen. Seit 8. Februar läuft ein Konkursverfahren und es erscheint unwahrscheinlich, dass der noch Eigentümer Al Jaber mit fundiertem Sanierungsplan reagiert. Mich bringt die aktuelle Situation dieser österreichischen Megamarke des Skisports zum Träumen…
Was wäre es für ein Abenteuer, was für eine tolle Herausforderung dieses Unternehmen auf neue Beine zu stellen. Was könnte man mit dieser ehrwürdigen Marke die laut Billanzsumme 4 Millionen Euro wert ist (die derzeit keiner zahlen würde) alles anstellen und erreichen.
Was wäre es für eine Freude mit diesem Tiroler Skihersteller, wie Apple er vorlebt, die Regeln und Konventionen der Branche zu brechen und alle rechts außen zu überholen? Jaja, ich bin und bleibe ein Optimist, aber was hat uns da nicht Wendelin Wiedeking vorgelegt, der aus dem fast-pleite Sportwagenhersteller Porsche, den profitabelsten Autohersteller der Welt zauberte und fast Volkswagen übernahm? Sei realistisch, plane ein Wunder – das wäre ein Motto das man in Tirol auf die Wand malen und in den Hallen ausrufen sollte.
Ich spinne laut weiter: Was wäre wenn Kneissl mit der Vision, der weltweit nachhaltigste Skihersteller zu werden, neu an den Start geht? Und neben neuen Qualitäten in der Produkten auch das Kernkonzept der Sportartikelbrache – frei nach Schumpeter – schöpferisch zerstören würde?
Man stelle sich vor…
- … ein Skihersteller hört plötzlich auf Ski zu verkaufen. Er streicht dieses Ziel von der Liste und beginnt der Zeit entsprechend Mietmodelle für Privatpersonen und Verleiher zu forcieren.
- … er beginnt einen geschlossenen, technischen Kreislauf nach dem Cradle to Cradle Prinzip zu etablieren und nimmt gebrauchte Ski nach zwei, drei oder fünf Jahren zurück und überführt die Rohstoffe erneut in den Produktionskreislauf.
- … er rüstet die Produktionsstätten auf, nutzt alternative Energien und setzt auf eine reduzierte und damit besser kommunizierbare Produktpalette.
- … er steigt aus dem Weltcup Zirkus (dem ich wenig Marketingwirkung zuspreche) aus und investiert dafür die Mittel in Forschung und Entwicklung.
Mut zur Vision
Was wäre das für eine kraftvolle Vision und Antrieb für Innovation und was für ein Zeichen für diese überholte Wegwerf Gesellschaft – was für ein Ansporn für Mitarbeiter und Investoren? Es braucht visionäres und mutiges Leadership und endlich Besitzer die eine solche Vision einbringen können. Konzeptlose Finanzinvestoren sollen sich besser zurück in die Wüste trollen.
Also liebe LeserInnen, falls zufällig jemand von Euch ein paar Millionen investieren möchte, ich stehe bereit, hisse die Piratenflagge und bin bereit zu entern!
Weitere Artikel zum Thema: Markus Hübner, “Kneissl – Der Stern ohne Marke“
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Lieber Hannes. Ich mag deine Gedanken ja sehr. Aber bei welchem Unternehmen denkt man nicht sofort daran: Bissal Nachhaltigkeit, bissal sinnvolle Kommunikation, bisschen strategisches Denken und es würde besser gehn… Liegt wohl an einer sehr eingestaubten Wirtschaftselite, die leider noch in sehr vielen Unternehmen daheim ist…
Leider kann ich keine Millionen investieren, aber ich wäre inspiriert mit dir die Flagge zu hissen!
Wir sind eben alte Priaten, unter unseren urbanen Sakkos
@Manuel: Sicher, es klingt nach Klugscheisserei, aber wie du schon erwähnt hast, liegt es in meinen Augen tatsächlich an Nichtigkeiten, warum Sinnvolles und Richtiges noch nicht gemacht wird. Und zur Nachhaltigkeit: Da gibt es schon die Unterscheidung, ob es zum strategischen Kern wird oder nur PR BlaBla – und jeder der sich dem Thema jetzt ernsthaft verschreibt, wird gewinnen. Aber: Es braucht sicherlich auch die notwendigen Entscheidungskompetenzen und klare Besitzverhältnisse, sonst kann nicht langfristig und ernsthaft gearbeitet werden…
Hallo Hannes,
ein schöner Traum. Erweitere ihn um die gesamte Tourenskibranche, dann liegst du goldrichtig
Jawohl! Natürlich – ebenso wie den Freeride Bereich
Vielleicht könntet ihr dann auch gleich Tyrolia von Head zurück holen bevor sie abgeschafft wird
*Augenbinde anleg*
*Enterhaken raushol*
Ich bin bereit!
Yeah Thomas! wann legen wir los?!
Hallo Hannes,
wie kauft man eine Skimarke ? Wie mobilisiert man 40.000 Menschen von denen jeder bereit ist 10,00 Euro zu investieren.
Wir koennten einen Kneissel Skiclub gruenden, Jahresgebuehr 10,00 Euro.
Alle Mitglieder zahlen fuer Leihski pro Jahr anstatt 60,00 Euro nur 40,00 Euro.
@Andreas – Crowdsourcing wäre sicherlich eine spannende Sache, aber bräuchten wir da einige Leute. Ein paar Millionen wird die Marke plus Standort schon wert sein.
Ein Unternehmen das insolvent ist, hat keinen fiktiven Wert sondern besteht in erster Linie aus Verbindlichkeiten (Mitarbeiter, Lieferanten,..) und nur dafür muss man Geld aufbringen.
Die Frage lautet also, wie viel Geld benötigt das Unternehmen für den Betrieb und die Vermarktung? Und das wäre dann der Betrag den man auftreiben muss! Es gibt genung erfolgreiche Beispiele für Crowdsourcing und ein Ski-Lebensabo von Kneisl mit einer limitierten Designauflage hat schon was für sich
@Andreas: Aber man muss damit rechnen, dass die Gläubiger die Marke rauslösen und verkaufen, um an ihr Geld zu kommen. Unabhängig von den Verbindlichkeiten, der Markenwert ist ja gegeben.
.. bis auf den Vergleich zu Apple (die ja die unnachhaltigste Firma sein dürfte) finde ich es spannend und hatte ein ähnliches Konzept bereits Stöckli vor zwei Jahren vorgeschlagen.
Jedoch leider ohne Erfolg…
Aber vielleicht ist es ja jetzt so weit.
Also los, es wird zeit…
und wenn ein nicht Österreicher einspringen darf…
@Ingo: Ja, Apple hat noch einiges zum Aufholen. Ich bezog mich aber auf das Brechen von Branchenkonventionen – natürlich nicht auf deren Vorbildwirkung in Sachen Nachhaltigkeit. (Aktuelles Ranking: http://www.greenpeace.org/international/campaigns/toxics/electronics/)
@ Hannes –> @ Andreas
So kenn ich dich ja gar nicht, da kommen ja Zweifel auf!?!
Ich finde die Idee von Andreas Hausmann auch super! Wenn jeder 100.00 Euro in die Hand nimmt brauchen wir gleich viel weniger Leute finden
… ich bin dabei !!! mir gefällt das Konzept von Hannes und Andreas!
Lieber Hannes, da hast du ja einer ganzen Menge Leute Flausen in den Kopf gesetzt ; ) …. Bravo!
Ich find deine Ideen einfach & genial. Was du vorschlägst hat ja nichts mit ein bissal Nachhaltigkeit zu tun, sondern bedeutet, einen (Nachhaltigkeits) BranchenPionier aufzubauen. Und das ist eine geile Vision bzw. eine komplexe Aufgabe.
Ich frag mich grad, wieso ich gestern ‘rein zufällig’ einen EPEA Switzerland Vertreter getroffen hab, dessen Fachgebiet die Sportartikel Industrie ist!?! Seine Karte liegt auf dem Schreibtisch und ich wollt ihm grad was schreiben…
Also, ich bin bereit zu entern. Davor sollten wir prüfen, ob uns überhaupt noch genug Zeit bleibt, um unser Schiff gründlich auf Vordermann bringen. Da reicht ja nicht nur Geld… an dem es am Ende am wenigsten fehlen wird. Zu allererst brauchst du einen Plan der funktioniert, damit du ihn am Ende lieben kannst. Wenn alle, die hier gute Ideen einwerfen sich für 2 Tage zusammenfinden, kann schon die nötige Realisierungskraft entstehen.
Was meinst du?
Ein Beitrag von mir zu dieser Sache: http://markushuebner.posterous.com/kneissl-der-stern-ohne-marke
Hallo Hannes, vielleicht kannst Du Dich an mich noch erinnern. Ich habe vor rund 5 Jahren unseren carbonski gehabt. Ich hatte damals schon ein Konzept für kneissl. Das Problem das kneissl zu Fall gebracht hat ist ein Problem der gesamten skiindustrie. Der Ansatz den ihr oben beschrieben habt geht in die richtige Richtung, aber man muss noch wesentlich weiter gehen. Wenn die skiindustrie nicht anfängt zu begreifen dass es sich um eine dienstleistungsbranche handelt und nicht um eine Produktion werden sie noch mehr verlieren. Die skiindustrie kennt seine Kunden nicht und kommuniziert nicht (interaktiv), obwohl es heute alle Möglichkeiten gibt. Ich kenne den markt sehr gut und habe ihn mit schon vor 5 Jahren Vorort in China und Korea angesehen. Ich bin gerne bereit bei einem derartigen projekt mit Theorien. Lg roland
@ Hannes
Zu Al Jaber ein kleiner Schwank aus meinem bis dato nicht ganz unbewegten Leben:
Vor sieben Jahren hatte ich im Rahmen einer laufenden Beratertätigkeit im Bereich High Tech Investments für Private Equity, für eine große Wiener Unternehmensverwaltung und Liegenschaftsverwertung, eine interessante Innovation im IKT Bereich entdeckt und wurde nach meinem erfolgreichen internen Pitch gleich dazu verdonnert, ein Proposal für Al Jaber’s Organisation zu verfassen, in welchem sowohl der Teaser für die Investment Opportunity als auch ein schleimgetränktes Bittgesuch für einen persönlichen Termin mit dem Geschäftsführer der Vermögensverwaltung und mir, der damals wie heute ein unschlagbares Asset hinsichtlich Verhandlungen mit Arabischen Geschäftsleuten besitzt – einen Arabischen Namen!
Unter großen Anstrengungen und der Belastung der sich einstellenden Befürchtung Herr Al Jaber könnte mich auf Arabisch ansprechen, eine Sprache die ich ebenso sicher beherrsche als ein Kamel üblicherweise durch’s Nadelöhr geht, schaffte ich den Spagat zwischen Professionalität und Arschkriecherei. Nachdem die drei stunden andauernde Tortur der Erstellung eines ersten Entwurfs und den Änderungen durch den Boss, die weitere zwei Stunden in Anspruch nahmen, fertig war und ich das vom Geschäftsführer unterzeichnete Fax in die für diesen Vorgang bestimmte Maschine werfen wollte, in der Hoffnung meine Augen möchten des schändlich in Sprache und Absicht verfassten Papiers nie wieder ansichtig werden, schrie mein Boss, der sich zuvor wie immer eine Kopie des Faxes erstellen ließ, nach mir und ich lief mit hängendem Kopf in sein Büro.
Nach einem leider nur einseitig beziehbaren Kommunikationsvorgang bei dem auf kreativste Weise unflätige Bemerkungen an den Tag gelegt wurden, sagte ich, immer noch mit gesenktem Haupt und dem Dröhnen seiner Stimme aber vor allem der Frage „Ist das der Job den Du mit 26 Jahren machen wolltest?“ im Kopf: „Es tut mir leid, ich hatte nur drei Stunden um den Entwurf zu machen und die Änderungen haben sie ja selbst vorgenommen!“ – Wow, soviel Mut hatte ich mir selbst gar nicht zugetraut. „Würde er gar endlich einsehen, dass die meisten Ausrutscher bei der Korrespondenz mit Partnern, Kunden und Vasallen ohnehin auf sein eigenes Konto gingen?“ – schoss es mir durch den Kopf.
Gestärkt durch den Mut der Verzweiflung richtete ich mich langsam auf um nochmal nachzuhaken, was denn nun nicht passte und stellte mich schon auf eine Grundsatzdiskussion ein, wie nur zwei Beamte des Landesgerichts über die Ordnung von Aktenzahlen, führen könnten ein. Ich wurde herb enttäuscht und musste einsehen, dass tatsächlich ich für die Verfehlung verantwortlich war. In meinem jugendlichen Leichtsinn, hatte ich in all dem Stress doch glatt einen verheerenden Tippfehler gemacht und übersehen: Statt Mohammed Bin Issa Al Jaber hatte ich Mohammed bin Issa Al Jaber als Adressaten auf das Deckblatt der Faxnachricht geschrieben – „b“ statt „B“! Eingedenk des damaligen Tobsuchtsanfalls meines Chefs, der meinte ich hätte den Deal gekillt bevor geboren wurde und der Vorkommnisse bei einigen von Al Jabers Immobilien Investments und nicht zuletzt Kneissl, komme ich wohl nicht umhin die Vermutung anzustellen, dass man dort auf die falschen Details achtet.
Nun aber zu wichtigeren Dingen:
Das von Dir geschilderte Konzept entbehrt nicht eines gewissen Reizes für den abenteuerlich ausgerichteten Sanierer, dessen Typ mir in zweifacher Ausführung auf persönlicher Ebene bekannt ist und den ich für den Mut zum Wagnis schätze. Allerdings benötigt auch der wagemutigste Freibeuter dieses Milieus, einen Kaperbrief, sprich die Zustimmung jener, die an den Hebeln der Macht sitzen, denn richtigen Piraten und hier vor allem den Fähigsten unter Ihnen droht am Ende leider noch immer der Strick durch das verknöcherte System und seiner kranken Art zu denken, was schneller als erwartet eintreten kann und es meistens auch tut.
Was noch im Großen und Kleinen zu erwägen bleibt um die Idee auch für die Denkschablonen von Gläubigern, Lokalpolitikern und Investoren mit dem rechten Mantel zu versehen, fasse ich, ohne wohlgemerkt den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, nachfolgend und mit eventuellen Lösungsmöglichkeiten verknüpft zusammen:
1.) Wie kann die Marke Kneissl mittels des Offenbacherschen Nachhaltigkeits Konzepts einen Neustart hinlegen ohne von den Altlasten erschlagen bzw. von den Sanierungsauflagen gehemmt zu werden?
Lösungsansätze:
a) Man verfährt mit der Insolvenz nach dem Vorbild Britischer „Phoenix Companies“, also Unternehmen in denen ein bestehendes Team einer insolventen Firma unter Achtung der jeweiligen Gesetze des Gläubigerschutzes, in eben jenem Geschäftsbereich weiterarbeitet, in welchem sie zuvor gescheitert sind. Das Scheitern an sich sollte am besten durch äußere Umstände herbeigeführt worden sein, was bei Kneissl keine Darstellungsprobleme gröberer Art schaffen sollte.
Das Management wird entweder komplett ausgetauscht oder zumindest soweit, dass die für eine eventuell in den Raum gestellte Gläubigerbenachteiligung Verantwortlichen nicht beim neuen Unternehmen, also dem „Phönix“, der aus der Asche der alten, verschuldeten, Firma entstanden ist für rechtliches Reibungspotential sorgen können.
Das neue Unternehmen mietet den Produktionsstandort, beginnt die logistischen Aufgaben zu definieren und sichert sich durch den Erwerb eines Vorkaufsrechts den späteren Zugriff auf die Marke Kneissl, einige Monate nachdem sich klar abgezeichnet hat, dass für die Marke Kneissl kein Interessent zu finden ist, damit der Masseverwalter, durch die schlechte Marktsituation, die sich hinsichtlich der Veräußerung der Markenrechte gestaltet, ohne den Druck unmäßiger Begehrlichkeit seinerseits bzw. der von ihm vertretenen Gläubiger, gefügig denkend und im Vorgehen ohne den Schatten eines Zweifels, zu Gunsten der Gläubiger handelnd die Marke zu einem entsprechend fairen Preis an den „Phönix“ abtreten kann.
b) Die Assets des Unternehmens, sprich die Marke und der Standort werden und bleiben im Rahmen einer Sanierung nach der neuen Insolvenzordnung zu Gunsten der Gesamtheit der Gläubiger mittels eines Treuhänders bis zur vollständigen Zahlung der 30% Sanierungsquote plus 10%-20% Nachbesserung, vinkuliert, also vom Verkauf ohne Zustimmung des Vinkulargläubigers, sprich des Treuhänders, ausgeschlossen, womit einem verzögerten und somit rechtlich unbedenklichen Assetsstripping durch einen Käufer/Investor mit Majorität, in Form einer Veräußerung von Standort und Marke nach Bezahlung der 30% Quote und damit einer Benachteiligung der Gläubiger, wenn auch legitimiert, vorgebeugt wird und die Gläubiger bis zu 50% ihrer Forderungen erhalten, so sie denn die Marke und den Standort nicht gleich zu Beginn verkaufen lassen wollen sondern deren Nutzung durch eine Sanierte Firma Kneissl zulassen.
Damit wird ein potentieller Investor und/oder Sanierer nicht gleich zu Beginn mit alten Problemen konfrontiert, deren Lösung wider gängiger Annahmen bzw. Hoffnungen der Denkfaulen und Raffgierigen, ohnehin nicht im klassischen Vorgehen einer „Kapitalgesundspritzung“ gefunden werden wird, sondern kann sich gleich den Herausforderungen die mit dem neuen, jedoch vielversprechenden Offenbacherschen Konzepts einhergehen, widmen und die Firma auf allen Ebenen nachhaltig ausbauen und besserstellen.
2.) Wie kann die Firma Kneissl bzw. der Nutznießer der Marke Kneissl im Rahmen des Offenbacherschen Konzepts in einer ungewissen Phase ein Kernteam an Experten halten und eine entsprechend hohe Anzahl an Fertigungsmitarbeitern beschäftigen um für eine eventuell hochschnellende Nachfrage gerüstet zu sein ohne als Quasi Startup eine finanzielle Bauchlandung gleich zu Beginn hinzulegen, wenn der Zufluss von Förderungen auf Bundes- oder Landesebene, wie anzunehmen, ausbleibt?
Lösungsansätze:
a) Man findet gleich zu Beginn einen Investor aus dem Inland, der schon in der Branche der Sportartikelhersteller erfolgreich investiert hat und die ihm aus der Gesamtheit der positiven Ergebnisse seiner Unternehmungen auferlegte Steuerlast mittels eines Verlustvortrags reduzieren und dadurch eine ihm binnen 2-3 Jahren drohende Neueinstufung durch die Finanz zu seinen Ungunsten verhindern möchte. Solch ein Investor wird keine hemmende Scheu vor einer entsprechenden Belastung durch Löhne und Gehälter sowie deren Nebenkosten an den Tag legen. Bei entsprechend fähiger Mediation und entschlossener Durchführung kann auch ein ausländischer Investor ähnlich wie bei einem Mantelkauf agieren, wobei allerdings die Sicherheit der Erlangung einer positiven Entscheidung durch das Finanzamt bzw. die involvierten ausländischen Finanzbehörden in Frage gestellt werden muss.
b) Man handelt zu Beginn mit dem zuständigen Arbeitsmarktservice eine Sonderlösung nach Vorbild der vom AMS bei Langzeitarbeitslosigkeit angebotenen Maßnahmen zur Reintegration, bei denen dieses etwa 66% der Gesamtbelastung durch Löhne und Gehälter sowie deren Nebenkosten für bis zu einem Jahr bzw. in Sonderfällen auch zwei Jahren übernimmt, aus. Bei den bestehenden Modellen zur Reintegration Langzeitarbeitsloser, die für die Sonderlösung als Grundlage hinsichtlich administrativer und rechtlicher Gesichtspunkte dienen sollen, müssen diese Gelder nur dann zurückgezahlt werden, wenn zum vereinbarten Zeitpunkt für die Einstellung durch den Betrieb, welcher die Förderung genossen hat, diese nicht erfolgt.
Da bei einem solchen Unternehmen das Risiko einer erneuten Insolvenz nicht gänzlich auszuschließen ist, muss unter Umständen eine Garantie vom Land Tirol erwirkt werden, welche das AMS im Falle der Schaffung und Gewährung solch einer Förderung vom Aufwand schadlos hält, sofern der im Gegenzug vom AMS gewünschte Effekt der Einstellung der Belegschaft nicht eintreten sollte.
Anmerkung: In beiden Fällen muss Mitgliedern der Belegschaft wahrscheinlich entweder eine Beteiligung durch ein Aktionärsprogramm oder eine Nachbesserung in Form von Bonuszahlungen bei erfolgreichem Verlauf angeboten werden, da diese auch auf persönlicher Ebene ein nicht zu unterschätzendes Wagnis hinsichtlich ihrer finanziellen Sicherheit eingehen und für dieses Risiko eine Prämie erhalten müssen, damit kein sozial motivierte Unfriede im Unternehmen entstehen kann.
Vielleicht sollte man das wirklich weiter penetrieren aber vorher sollte man die Zahlen und die politische Befindlichkeit vor Ort ausloten, denn es kann durchaus sein, dass irgendjemand aus einer verhinderten Sanierung Kneissl’s, Profit in Form von Geld oder politischem Kapital schlagen kann. Dieser jemand wäre dann als Gegner zu betrachten. Aber wenn man an der Idee dranbleibt wird es vielleicht auch mit Opposition funktionieren, denn wie sagt man im fernen Osten so treffend:
Wenn man lange genug am Fluß sitzt, sieht man eines Tages die Leiche seines Feindes vorbeischwimmen
LG Karim
Lieber Karim, dankeschön für diesen spannenden und ausführlichen Kommentar. Ich freue mich sehr über einen persönlichen Austausch mit dir. Wie ich gesehen habe, hast du dich bereits zur IdeenKonferenz Sustainovation angemeldet. Freue mich! LG Hannes