Dumm und närrisch!

Dez 29, 2010 4 Kommentare Allgemein

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Und ganz offen, ich liebe diese letzten Atemzüge der Büro- Aufstellkalender! Diese Tage des Abschließens und des Ruhefindens. Unsere christliche Geschichte beschert uns da eine besondere Zeit, denn zwischen Weihnachten und Neujahr scheint das Land zu schlafen. Keine Termine, kaum Anrufe und wenige Emails. Ausatmen.

Zwischen Keksrausch und Raketenlärm eröffnet sich ein Zeitfenster zum Innehalten, Reflektieren und dem bewussten Vorbereiten auf das neue Jahr. Und da kommt man unweigerlich zur Frage der Neujahrsvorsätze. Manche mögen nun den Kopf schütteln, denn natürlich kann man auch unter dem Jahr seinen persönlichen und beruflichen Kurs ändern.

Doch mal ganz ehrlich. Wir Menschen brauchen meist doch diese traditionelle, kulturelle Kulisse, die sich in dieser Zeit über unseren Alltag legt. Und gerade nach dem weihnachtlichen Höhepunkt der Hektik, kann man sich in diesen wenigen Tagen fallen lassen und nach vorne blicken. Eine edle Flasche Wein, feine Musik und ein bequemes Plätzchen – das perfekte Setting um sich zurückziehen. In sich selbst.

Und gerade in dieser aufgeregten Kommunikations- und Informationsgesellschaft sind Stunden (nicht Minuten!), in denen man sich nur mit seiner Gedanken- und Gefühlswelt beschäftigt, eine außergewöhnliche Ausnahme.

Sich selbst genug sein

Dabei halte ich Abstand von zu plastischen, konkreten Vorsätzen für das neue Jahr. Ich meine, dass zu fassbare Ziele nicht die Kraft haben uns das ganze Jahr mit Emotion zu nähren. Es braucht große Bilder, die unmittelbar mit uns selbst zu tun haben. Eine besonders starke und hilfreiche Frage für dieses Hinein- und Aufspüren von Vorsätzen: Wer möchte ich werden?

Das erscheint mir die ultimative, persönliche Frage – die wohl auch schwierig zu beantworten ist, denn als Basis muss man auch wissen wer man heute ist. Doch was sonst lohnt sich, als sich mit sich selbst zu beschäftigen?

Und es sind nur so große Gedanken, die ich Wert empfinde, sie als Neujahrsvorsätze zu bezeichnen. Mir ist vollkommen klar warum viele nichts davon halten, denn die Allgemeinheit spricht zu oft von solch Banalitäten wie dem Abnehmen von ein paar Kilos. Das ist tatsächlich Alltagszeugs, das keinen Jahreswechsel braucht, um es auf die persönliche Agenda zu setzen.

Also liebe LeserInnen. Wer wollen wir im neuen Jahr sein? Aber nur keine falschen Respekt vor großen Zielen. Ich weiß nicht mehr wo ich es gelesen habe, aber angeblich beginnt man in dem Moment, in dem man sich entscheidet etwas zu werden, ein Stück weit es bereits zu sein. Und: Einen kleinen Impuls für den Weg ins Jahr 2011 steuert mein treuer, langjähriger Begleiter Epiket bei:

“Wer ein besserer Mensch werden will, muss bereit sein für dumm und närrisch gehalten zu werden”

In diesem Sinne: Lasst es uns wagen so dumm und närrisch zu sein, unserer Leidenschaft zu folgen und mehr in die eigene, schöpferische Kraft zu vertrauen.

Guten Rutsch ins neue Jahr!

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4 Kommentare zu “Dumm und närrisch!”

  1. Markus says:

    Wer möchte ich werden? – wirklich eine passende Frage zum Jahreswechsel!
    Ich denke auch andere Fragen sind wichtig – wer bin ich und was denke ich über mich? Es könnte ja gut möglich sein, dass ich das bin, was ich von mir denke. :-)

  2. Hannes says:

    “… Was denke ich über mich..” – ja, das ist auch eine gute Übung!

  3. Monika Meurer says:

    Ich wollte diese 15 Fragen für mich beantworten… http://hillaryrubin.com/uncategorized/15-questions-every-women-must-answer-before-the-year-ends/
    Die sind eigentlich für Frauen gedacht, aber vielleicht funktionieren sie ja auch für Männer :-) )

  4. Dieter Zirnig says:

    Ich habe hier auf meinem neuen Projektblog “Digital Mindshift” 20 Anregungen für einen lösungsorientierten Jahresrückblick zusammengefasst. Ich finde, sie bieten eine gute Möglichkeit zur Reflektion und Definition.

    http://digitalmindshift.com/index.php/2010/12/24/anregungen-fur-einen-losungsorientierten-jahresruckblick-coaching/

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