Meine Sucht

Aug 05, 2010 3 Kommentare Allgemein
 

Ich würde es persönlich als Sucht benennen. Ich gestehe es mir ein. Mein Verlangen nach anregenden, inspirierenden Gesprächen mit intelligenten, visionären und kreativen Menschen. Vor Jahren habe ich den klassischen Systemweg verlassen und mir den Luxus erlaubt, Menschen zu kontaktieren und zu treffen, um mit Ihnen über Ihren Weg und Ihre Ideen zu sprechen. Völlig ziellos.

Das dennoch so viele Zeit genommen haben, deute ich als Zeichen das wir alle eine Sehnsucht nach ungezwungenen Gesprächen haben. Das eine oder andere Gespräch wurde in einem Blogartikel bzw. Buchbeitrag verarbeitet, doch das mit nur ein Bruchteil. Und über die Jahre hat sich aus dem neugierigen Zuhören eine wahre Sucht entwickelt. Ich kämpfe mit mir und einem spontanen Gefühl der Müdigkeit, wenn ich in „normalen“ Veranstaltungen sitze und dazu missbraucht werde, Vorträgen und Podiumsdiskussionen zu lauschen, die weder interessant noch unterhaltsam sind. Wie könnten sie denn auch, denn die meisten Menschen bestechen mit einer totalen Abwesenheit von Unterhaltungswert. Das Publikum ist in den meisten Fällen nur als Statist eingeladen, um die Wichtigkeit jener auf der Bühne zu untermauern. Dabei muss Infotainment kein Abrutschen in die Oberflächlichkeit sein, das zeigen die Vorträge der TED Konferenz eindrucksvoll.

Ich bin also süchtig nach authentischen Dialogen, spannenden Geschichten und mitreisenden Gedanken. Und da ich nicht vor habe eine Entziehungskur zu machen, gebe ich mich meiner Sucht voll und ganz hin. Ja, es gibt wieder ein neues Mehrblick Projekt.

Die IdeenAlm

Spielen wir ein wenig – im Kopf. Was wäre, wenn man in den wunderschönen Bergen Tirols für 2 Wochen eine Almhütte mietet und diesen bezaubernden Flecken als Treffpunkt von visionären Köpfen, Kreativen, MacherInnen und VordenkerInnen ausruft? Jene mitreisenden Persönlichkeiten einladet 1-2 Nächte dort zu verweilen, alle Masken im Tal zu lassen, um gemeinsam ideen- und lösungsorientierte Dialoge über – die vielen Facetten der – Nachhaltigkeit zu führen?

Eine Almhütte, so ehrlich und bodenständig, dass sich kein Besucher diesen wohltuenden Energie entziehen wird können. Und klar, am Berg gibt es bekanntlich kein steifes SIEzen. Diese ungewohnte Lockerheit öffnet Kopf und Herz. Und, um nicht einen weiteren abgeschlossenen Elfenbeinturm zu bauen, spielen wir diese Gespräche in Form von Podcasts und Videoaufzeichnungen ins weite Social Web, um dort zum Diskutieren und Umsetzen einzuladen.

Und es ist natürlich kein Zufall, dass zur gleichen Zeit, in der selben Gegend Tirols das renommierte Europäische Forum Alpbach stattfindet, dass seit über 50 Jahren die wirtschaftspolitische Elite Österreichs anzieht. Energien gehören verdichtet.

Nicht labern, machen.

Natürlich, wenn wir darauf warten würden einen Auftrag für so ein Projekt zu erhalten, sind wir alt. Also gibt es nur einen Weg. Wir schlüpfen erneut in die Rolle des Inkubators und packen es an. Nehmen das unternehmerische Risiko in Kauf und stellen einen Prototypen auf die Beine. Und da sind wir aktuell mitten drinnen.

Drückt uns die Daumen, dass wir das Baby in den kommenden Wochen gesund auf die Welt bringen. Bis dato sieht es gut aus, auch wenn die Vorlaufzeit von nur 5 Wochen etwas ambitioniert ist. Aber im Falle einer Sucht agiert man ja nicht mehr rational.

Aber will ich rational sein?

Nein.

Weitere Infos unter: www.ideenalm.at

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3 Kommentare zu “Meine Sucht”

  1. Jan A. Poczynek | menschen teams organisationen says:

    lieber Hannes,

    großes posting!
    deiner “sucht” sollten wir einen namen geben. nicht um sie patologisch zu klassifizieren, sondern um eine followership zu ermöglichen – ich melde mich gerne als erster an.

    vielleicht ist es kein zufall, dass wir beide uns 2008 beim Waldzell Dialog – http://ow.ly/2llnR – erstmals gesehen haben. dort war es zwar keine almhütte, aber ein ‘pilgersgang’ durch die wachau der auch diese offene, visionäre, inspirierende atmosphäre vorberreitet hat.

    was Du tust, vibriert förmlich voll persönlicher vision. das finde ich großartig Hannes!

    sunshine!
    Jan

  2. wolfgang tonninger says:

    Hallo Hannes,
    schöne Sucht. Gute Sucht. War ebenfalls in Tirol unterwegs. Almblitz-mäßig. Und wie ich nun deinen Post las, dachte ich mir, du solltest dich vielleicht mal mit Georg Gasteiger vom Mesnerhof vernetzen.

    Hier ein paar erste Eindrücke meiner Fahrt ins Rofan und die Links dazu…
    http://almblitz.twoday.net/stories/6454042/

    Beste Grüße
    Wolfgang

    PS: vielleicht schaffen wir es ja im September einmal zu einem Gespräch …

  3. Michael says:

    Lieber Hannes,
    wenn es darum geht Wandel voranzutreiben ist scheinbar Intuition und emotionales Handeln der rascheste Weg. Das zumindest die Info aus einem ebenfalls inspirienden Gespräch mit Alexandra Salcher.
    Ideenalm – ich komm vorbei. Danke! LG Michael

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