Die Kür am Böglerhof

Aug 30, 2009 2 Kommentare Allgemein

Mein Kurzbesuch in Tirol beim Forum Alpbach hat gleich zu Beginn folgende Erkenntnis gebracht: Ja, mein provokanter Blogbeitrag zum Rückstand in Sachen Web 2.0 wurde weitergespielt und gelesen – obgleich der Umgang damit noch sichtlich schwer fiel. Es war ja auch wirklich frech von mir, offen, berechtigte und konstruktive Kritik zu äußern obwohl ich doch auch akkreditiert war. Aber nix für ungut.

Jedenfalls ist es schön zu sehen, dass das Forum nun auch einen Twitter Account hat, der durch das vorhandene Potential von begeisterten jungen Menschen auch betreut werden kann. Ich bin mir auch sicher, dass man auch schon bald einen offiziellen Blog auf die Beine stellen kann. Vielleicht sollte man das Engagement von Harald Eckmüller & Co dahingehend fördern und mit ihm die Gründung einer „IG Alpbach 2.0“ andenken. Engagierte Mitstreiter gäbe es sicherlich.

Die Reformgespräche

Vertrauen – so war das Thema der Reformgespräche und es war in meinen Augen ein gut gewähltes Thema, wenn man heutzutage über Politik sprechen möchte. Enttäuschend in diesem Zusammenhang wiederum, dass Politiker denen ich freies Reden sehr wohl zusprechen würde, dennoch nur einen vorgeschriebenen Aufsatz vorlesen. Aber was verlange ich da schon wieder. Einmal mehr die positive Ausnahme war WKO Chef Leitl, der authentisch und emotional das Auditorium fesseln konnte.

Dass das Forum Alpbach aber mehr ist, als offizielle Reden und Podiumsdiskussionen, ist für die Teilnehmer schnell klar. Dieses „zwischen dem Programm“ stattfindenden Vernetzen ist jedes Mal ein besonders Schauspiel, welches ich fasziniert beobachte. Es sind die informellen Treffen, Mittagessen und flüchtige Kaffeepausen, die aus dem Event einen wertvollen Raum schaffen. Durch die langjährige Geschichte der Veranstaltung und den außergewöhnlichen Ort (=Bergdorf) hat sich der Event einen Namen gemacht und kann als österreichisches Davos (Welt-Wirtschaftsforum) gesehen werden.

Aussteigen und aufeinander zugehen

Die Abgeschiedenheit und die schöne Naturlandschaft rund um das kleine Dorf in Tirol entspannt die Menschen, die Ferne zum Tagesgeschäft lässt die Teilnehmer (zum Teil) aus dem hochfrequenten Takt des Stadtlebens aussteigen und fördert so ein aufeinander zugehen. Natürlich umgibt das Forum auch ein elitärer Schleier, obgleich die Preise im Vergleich zu anderen Tagesevents in Wien als moderat einzustufen sind.

Viele Leute fragen mich, ob es sich den auszahlt, nach Alpbach zu fahren und ich kann diese Frage eigentlich nicht beantworten. Denn: Der Nutzen ist in erster Linie sehr subjektiv zu sehen. In meinen Augen steigt der Wert, umso besser man schon in Wien vernetzt ist. Es macht Sinn dort zu sein, wenn man die Dichte an Schlüsselpersonen aus Wirtschaft und Politik für eigene Projekte und Anliegen zu nutzen weiß oder neue Inspiration in den vielen Seminaren sucht.

Es wäre ein Fehler, das Forum Alpbach auf seine offiziellen „Gespräche“ zu reduzieren, denn der formale Akt der Key-Note Speaker und Podiumsdiskussionen ist nur die Pflicht. Die entscheidende Kür der ganzen Sache findet nebenbei statt und primär im und rund um das erste Haus am Platz, dem Böglerhof.

2 Kommentare zu “Die Kür am Böglerhof”

  1. Harald Eckmüller says:

    Lieber Hannes,

    Trotz des Angebotes meinerseits fanden wir ja leider keine Gelegenheit in Alpbach darüber zu plaudern was sich Seitens der Social Media Agenden des Forums Alpbach alles tut. Zum Thema Blog möchte ich daher auf Folgendes hinweisen:

    Nunmehr zum dritten Mal, gibt es auch dieses Jahr im Rahmen des Standing Committee wieder einen Blog der unter http://www.alpbach.org und unter http://igas.ba/scblog/ zu finden ist.

    Dieses Jahr wird der Blog jedoch über das eigentliche Forum Alpbach hinaus weiter geführt und zur permanenten Institution.

    Ich hoffe Dir und Deinen Lesern damit ein wenig Klarheit verschafft zu haben und hoffe das du weiterhin aufmerksam die Aktivitäten des Forums Alpbach mitverfolgst.

  2. Hannes Offenbacher says:

    Lieber Harald, ja leider ist es sich nicht mehr ausgegangen. Mein Besuch war ja aber auch einfach zu kurz (2 Tage + Termine in Tirol)…

    Bzgl. Blog finde ich es wäre sehr sinnvoll auch einen offiziellen – deutschsprachigen – Blog vom EFA zu starten. Aus Erfahrung lesen wenige Leute englische Blogs (im deutschsprachigen Raum) und der Event ist ja primär in Deutsch (zumindest die Gespräche). Mein Traum wäre ja auch ein Alpbach TV – aber das ist eine andere Sache ;)

    PS: Natürlich bleibe ich an Alpbach dran ;)

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