Vorweg, der Transparenz wegen: Nein, ich wurde nicht bezahlt diesen Artikel zu verfassen. Honda Österreich ist aber freundlicher Motion Partner der WeissSee Initiative (Toyota hatte uns bei der Parallelanfrage hingegen unfreundlich abgewimmelt), wofür wir sehr dankbar sind und in diesem Zusammenhang den neuen Honda Insight zur Verfügung gestellt bekamen.

LeserInnen meines Blogs wissen aber, dass ich eigentlich nicht über „Produkte” (ausgenommen Bücher) schreibe. Der Hintergrund: Es ist in erster Linie ein Start in einen neuen Schwerpunkt in meinem Blog. Dem Thema Mobilität – im Angesicht der Nachhaltigkeit.

Und wo kann man besser beginnen hinzuschauen, als auf den phallussymbolischen Bereich des automotiven Individualverkehrs? Denn wenn wir die Frage stellen, ob wir es hin zu einer nachhaltigen (Mobilitäts) Gesellschaft schaffen, dann müssen wir sicherlich gerade hier beginnen einen Bewusstseinswechsel ein verändertes Nutzungsverhalten zu etablieren.

Nun bin ich in Sachen Nachhaltigkeit weder Utopist, noch Radikalist. Ich sehe mich selbst als liberaler Realist, der gerne – ohne Ausblendung des vorherrschenden Systems (Kultur, Politik, …etc) – nach möglichen Szenarien der Weiterentwicklung sucht. Das bedeutet aber nicht, dass radikale Phantasien und Forderungen nicht eine wichtige Funktion hätten. Im Gegenteil.

Zurück zum Honda Hybrid

Nachdem ich schon öfters mit dem Honda Civic Hybrid unterwegs war, war ich sehr gespannt auf den neuen Honda Insight Hybrid – dem Volkshybrid – wie ihn Honda gerne nennt. Warum? Strategie ist, ein Hybrid Auto für Jedermann/frau leistbar zu machen. Das hat man mit 19.000 Euro mit Sicherheit erreicht. Das macht auch Sinn, denn nicht jeder kann sich einen Lexus leisten.

Freunde von mir wissen, dass ich sehr wohl ein sportlicher Fahrer bin.Ein sportiver Fahrer und ein Honda Hybrid mit stufenloser Automatik? Kann das passen, dachte auch ich mir, doch Honda hat in das neue Fahrzeug ein – für die Autowelt – neues Element integriert, dass anfangs fast lächerlich erscheint, aber dann plötzlich eine starke Wirkung entfaltet: Spieltrieb,  Belohnung und moderne Technik

Spieltrieb

Wir kennen es schon von der Schulzeit, wo es glitzernde Sticker für schöngeschriebene Hausübungen gab (da hab ich das eine oder andere abgestaubt!). In der heutigen Autowelt zählte bis jetzt Beschleunigung, Sound und Überholmanöver. Der Insight führt dabei eine neue Kategorie ein: Pflänzchen.

Eine eigene Anzeige informiert ständig über den (nicht) ökologischen Fahrstil. Fährt man entsprechend dem Zeitgeist umweltschonend, wachsen im Display kleine grüne Pflänzchen. Kommt der Bleifuß zum Einsatz, sterben diese schneller als sie gewachsen sind. Sammelt man alle – wird man mit dem Sprit-Spar Champion Logo belohnt und hat damit den Normverbrauch von 4.4 Liter erreicht.

Eine Banalität auf den ersten Blick, doch irgendwann packt der Spieltrieb auch – oder gerade – den Mann. Was man dabei rausholt ist faszinierend zu beobachten. Spielend reduziert man den Verbrauch um 2 Liter runter – ohne langsamer zu sein. Und noch etwas stellt sich ein, was ich als berauschend angenehm empfand: Entspannung.

Entspannung vs. Bleifuss

Entspannung, dass ist gerade nicht etwas, dass man beim Autofahren oft erlebt. Doch mit der stufenlosen Automatik, der veränderten Fahrweise und der gefühlten Überlegenheit (gerade im Stadtverkehr) stellt sich ein ruhigeres Fahrverhalten ein. Die nervöse Hand, die immer am Schaltknüppel liegt hat nichts mehr zu melden.

Ich habe in Diskussionen schon immer gesagt, dass wir den Individualverkehr erst dann maßgeblich ändern können, wenn das Auto seinen Status als Phallussymbol verliert. Es muss um Mobilität gehen, um sinnvolle und moderne Technologie, die uns das Autofahren erleichtert -  nicht darum wer schneller ist. Japan ist hier kulturell voran. Der Honda Hybrid war im April 2009 sogar das meistgekaufte Fahrzeug überhaupt. Das hatte bis damals noch kein Hybrid Fahrzeug  (in keinem Land der Welt) erreicht.

Dabei schließe ich nicht aus, dass wenn jemand Lust auf sportives Fahren hat, nicht auch einmal einen Tag auf die Rennstrecke geht oder ein flottes Cabrio die Bergstraße rauf jagt.

Symbol für den Wechsel

Und der Honda Insight Hybrid? Er hat Symbolcharakter, gerade für Firmenwagen im urbanen Bereich. Er ist ein wunderbares Stadtauto und kann auch Überland mit einem angenehmen Fahrgefühl punkten. Auch der WWF in Wien fährt inzwischen Insight. Und: Durch eine Kooperation von WWF und Honda schützt nun jeder Hybrid-Käufer eine Million Quadratmeter Regenwald. Das gefällt.

Natürlich, er ist nicht die Lösung aller Probleme, aber Hybrid Fahrzeuge allgemein sehe ich als wichtigen Zwischenschritt zum 100% Elektrofahrzeug – das kommen wird.

Ich kann nur empfehlen: Selbst testen und erleben. Aja: Und ich hab auch immer gesagt, ich will niemals ein Automatikgetriebe…

-> Alle Infos zum Honda Insight Hybrid (Preis, Leistung, etc.) gibt es unter http://honda-insight.at