Waterfountain
Gedanken zur Entrepreneurship Kultur Teil 2 & Interview mit dem Gründer von startupweekend.com

Letztens schrieb ich sehr offen über meine Eindrücke beim ersten studentischen Startupweekend in Wien. Anschließend überkam mich eine Neugier, woher denn diese Idee stammt und wie sie entstanden ist. Ich kontaktierte den Gründer von startupweekend.com – Andrew Hyde – und stellte ihm ein paar Fragen. Die Antworten haben mich dann doch ein wenig ernüchternd.

Mir kamen die Antworten von Andrew etwas lasch vor (mag sein, dass er gerade keine Zeit hatte). Vor allem aber die Aussage, dass er sich selbst auch nicht als Entrepreneur sieht, macht mich stutzig, denn so schreibt er doch auf seinem Blog, dass er 4 Unternehmen gegründet hat. Verstehen das US-Amerikaner anders?

Im Interview revidiert er dies aber und nennt sich selbst nur einen Bootstrapper, was ich so verstehe, dass er nur andere Dinge ankurbelt bzw. durch sein Eventformat anderen den Rahmen geschaffen hat, um gründen zu können.

Wanted: Entrepreneurs

Zustimmen kann ich ihm bzgl. der Unterschiede in der Entrepreneurshipkultur in den USA und Österreich, denn diese von ihm beschriebene “amazingly supportive culture for entrepreneurship” kann ich in Österreich noch nicht ausmachen. Aber ich will nicht Jammern. Besser machen ist angesagt und ich bin zuversichtlich, dass wir das selbst anpacken können. Dabei liegt es nicht nur an den Strukturen, Institutionen und Investoren. Auch an UNS – an den jungen Generationen, die lieber Karriere machen, als sich das anzutun, das Gründen.

Ermunterung bekam ich beim Dialog mit mehreren Investoren im Rahmen meines Vortrages beim Wirtschaftsbundes. Wie schön. Nun, ich spüre ein starkes Verlangen mich weiter in diese Thematik zu vertiefen. Mein Eindruck bleibt aber, dass der Großteil der von Startups, Entrepreneurship & Co spricht, eben nur darüber spricht. Das ist zwar legitim und hat auch seine Funktion, speziell für Österreich heißt das aber, dass uns die entsprechenden Vorbilder und Geschichten fehlen, die anspornen und ermutigen.

Ich habe da noch was in Vorbereitung (schon wieder), worüber ich schon bald hier schreiben werde. Mein Tatendrang in der Sache ist groß. Thema: Entrepreneurship in Österreich.

Bleibt dran und wie immer freue ich mich über Eure kontroversen Kommentare.

Hier der Dialog mit Andrew Hyde:

(1) You are founder of startupweekend.com . What’s the story behind? How and why did you develop the idea of this community building event for founders?

It was created as a way for my local friends to get together and work on something together. Many were very talented web professionals, but never had a chance to work on something together.

(2) In the short description of startupweekend.com you wrote: “No talk. All action.” What is your experience in the USA? How many companies or projects are approximately born at a startup weekend?

Approximately, good question! I would guess over 400 projects, with 100 or so incorporated.

(3) As an approved startupweekend participant – what is the secret for organizing a successful event? What would be your most important hints we should keep in mind?

I define the participant as the creative class (ala Richard Florida) which really values a challenge and flexibility. So your job as the organizer is to provide a great challenge and to be very flexible with the environment. Make sure there is plenty of food and coffee, and above all, make sure that the focus is on building friendships and community.

(4) You have founded 4 companies until now so I can call you a real entrepreneur. In your opinion, where is this passionate entrepreneurial spirit coming from and what circumstances – in your life – did encourage it?

I have yet to raise money for a startup, so I still just consider myself a bootstrapper. I’ve been starting things and creating events since I was in grade school, it just seems like the only way to me.

(5) Can you describe a difference between the US-American and the European kind of entrepreneurship?

I find the US to have an amazingly supportive culture for entrepreneurship. For instance, having a failure as an entrepreneur can actually be a good thing. I find the European style to be really advancing to startup culture, which is a great thing to see.