Der Wille zum Sinn

Mai 27, 2009 3 Kommentare Allgemein

happy

“Je mehr er [der Mensch] nach Glück jagt, um so mehr verjagt er es auch schon. Um dies zu verstehen, brauchen wir nur das Vorurteil zu überwinden, dass der Mensch im Grund darauf aus sei, glücklich zu sein; was er in Wirklichkeit will, ist nämlich, einen Grund dazu zu haben. Und hat er einmal einen Grund dazu, dann stellt sich das Glücksgefühl von selbst ein. In dem Maße hingegen, in dem er das Glücksgefühl direkt anpeilt, verliert er den Grund, den er dazu haben mag, aus den Augen, und das Glücksgefühl selbst sackt in sich zusammen. Mit anderen Wort, Glück muss erfolgen und kann nicht erzielt werden [...] ”

Autor: Viktor Frankl, österreichischer Neurologe und Psychiater. Er begründete die Logotherapie bzw. Existenzanalyse („Dritte Wiener Schule der Psychotherapie”). Buch: Wille zum Sinn, S.20

Der Wille zum Sinn. Alleine der Buchtitel erntet bei mir Bewunderung UND kitzelt mein Herz und meinen Geist gleichermaßen. Gerade in einer Zeit des oberflächlichen Stumpfsinns und einem Konsum-fokussierten, irrsinnigen Kampf (bzw. Suche) ums unechte Glück, sollte man sich dieses Buch zu Gemüte führen.

PS: Herzlichen Dank an Johannes Frühmann vom SERI, für diesen wertvollen Hinweis!

PS: Vielleicht die richtige Urlaubslektüre. Auch für die Herren und Damen Politiker, die schon bald auf lange Sommerpause gehen. Zu tun gibt es ja nicht viel. Derzeit.

3 Kommentare zu “Der Wille zum Sinn”

  1. Heinz Peter Wallner says:

    Hallo Hannes, danke für die Inspiration!

    Hier meine Gedanken dazu: Glück kann nicht erzielt werden, da bin ich auch sicher. Glück liegt nie in der Zukunft, sondern immer im Jetzt. Aber brauchen wir wirklich einen Grund, um glücklich zu sein? Liegt dieser Annahme nicht eine mechanistische Wenn-Dann Logik zugrunde? Wir tragen das Glück in uns. Es kommt immer dann zu Tage, wenn wir Bewusstsein in das einströmen lassen, was gerade ist oder in das, was wir gerade tun. Und ist es nicht das Wenigste, das Kleinste, das uns das größte Glück beschert (zumindest nach Nietzsche)? Warum also einen Grund suchen?

    Liebe Grüße,
    Peter

  2. Marina Wisnecky says:

    Lieber Heinz Peter, da stimme ich dir vollkommen zu. Glück ist eine Haltung, die wir aus freiem Willen einnehmen können – indem wir uns Dingen die uns glücklich machen zuwenden, indem wir uns selber als glücklich betrachten und das hat nichts mit Umständen zu tun.
    Ich wünsche Dir, dem lieben Hannes und allen, die diese Zeilen lesen einen wunderbar glücklichen Tag!

    Marina

  3. Hannes Offenbacher says:

    Lieber Peter, ich denke, selbst bei Dir – wie beschrieben – wäre der Grund für das Glück die innere Haltung und eine tiefe Erkenntnis. Aber ich bin auch kein Fan von “nur” kausalem Denken und meine Frankl will uns ja zum Denken bringen, nicht aber seine Zeilen als einzige Wahrheit verstanden wissen.

Hinterlasse einen Kommentar

Kommentare abonnieren!