Die Informationsgesellschaft des Stillstandes

Apr 12, 2009 13 Kommentare Medien

Oder: Kollektives Wachkoma vor dem Bildschirm.

Mexican Bus Stop

Jetzt mal ganz ehrlich. Trotz, oder gerade wegen Web 2.0 herrscht Stillstand (ohne universell zu meinen, Stillstand und “Innehalten” wäre schlecht). Klar, wir sind vernetzt. Jeder mit allen. Wir sind online. Immer. Wir schütten uns und andere mit Informationen zu. Inzwischen hat jeder die tägliche Email Lawine akzeptiert und versucht mehr oder weniger gut damit umzugehen. Der Feedreader ist ständig zum Platzen voll mit Hunderten von Beiträgen aus aller Welt. Da hilft auch das zusätzliche Lesen auf der Rolltreppe am Mobilfunkgerät nicht mehr. Wir kämpfen uns ähnlich einer Dschungel Expedition durchs Unterholz der subjektiven Dialoge. Entwickeln Mechanismen, um der Flut einen Schritt voraus zu sein, installieren das Programm #30, das uns helfen könnte/sollte um Herr (oder Frau) der Lage zu werden. Selbst ein selbst auferlegtes 140 Zeichen Limit (Stichwort Twitter) ändert nichts. Im Gegenteil. Noch mehr Links, Fotos und Empfindungen ergießen sich über ein mehr oder weniger aufmerksames Auditorium der Anonymität.

Nein, das ist keine Verteufelung des Fortschrittes. Jene die mich etwas besser kennen wissen, ich bin mitten drin und mit vorne dabei in diesem Wahnsinn dieser Entwicklung. Aber gerade an so wunderschönen Tagen an der Sonne, bei guten Gesprächen, dem entspannten Lesen eines Buches und einem anderen Zeitumgang, erfasst mich der Drang einer kritischen Selbstreflexion.

Informationsgesellschaft: Der Begriff Informationsgesellschaft bezeichnet das Leitbild einer auf Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) basierenden Transformationsgesellschaft und Informationsökonomie. Der Prozess der Durchdringung aller Lebensbereiche mit IKT, durch den sich eine postindustrielle oder postmoderne Informationsgesellschaft bildet, wird als Informatisierung bezeichnet (Nora/Minc 1979). Hierbei wirken die induzierten Veränderungen auf das kollektive Bewusstsein einer Gesellschaft und ihre Werte. (Wikipedia)

Ich bin nicht der erste (und nicht der letzte), der diese „Informatisierung” mit der kritischen Brille betrachtet. Wir sind mitten in einem gigantischen Umbruchs der (zumindest westlichen) Welt. Dessen Bedeutung wird sich uns in seiner ganzen Bedeutung aber erst mit entsprechendem zeitlichem Abstand eröffnen. Doch zurück zum Jetzt. Was tut diese Entwicklung mit uns und können wir das technologische Potential tatsächlich ausschöpfen? Meine Antwort: Nein, noch nicht. Oder exakter: Nein, wir tun es noch nicht, befinden uns noch in einer Spielphase mit Potential.

Alltag: Wir stehen in Verbindung mit Hunderten von Menschen. Mit nur einem Knopfdruck erreichen wir diese mit unseren Anliegen und Gedanken. Jeder ist in der Lage das Internet und dessen Umwelt zu nutzen. Gedankenspiel: Was würde zum Beispiel ein Umweltschutzaktionist des vorigen Jahrhunderts meinen, was zu erreichen wäre, hätte er diese Möglichkeiten? (Natürlich in der Vergangenheit gefragt). Ich glaube, seine gedankliche Zukunftskonstruktion wäre ein kraftvolles, beeindruckendes und mitreisendes Bild. Auch für uns im Heute. Und: Wir müssten uns fragen, warum sieht die Gegenwart so anders aus?

Beispiel „Grüne Vorwahlen”

Ein einfach tolles Projekt, das ein vorhandenes, demokratisches Prinzip der Grünen Parteistatuten nutzen will, um eine Art „Vorwahlen” der Grünen Wien ins Leben zu rufen. Jede/r hat die Möglichkeit mit nur einer Unterschrift und dem Erscheinen beim offiziellen Wahltermin für die Grüne Liste für die Wiener Wahl, mitzubestimmen. Mit der entsprechenden Anzahl von (jungen) Leuten könnte man so seinen eigenen „Change” realisieren. Das Projekt wird auch auf Facebook virtuell unterstützt. Viele (inzwischen 250) wurden „Fan” des Projektes und einige haben darüber gebloggt. Resultat: 70 Menschen haben bis dato tatsächlich unterschrieben. Witzlos, oder?

Im Wachkoma vor dem Bildschirm

Nochmals rekapituliert: Es steht allen Grün-Sympathisanten genau NICHTS im Wege, bei dieser Listenwahl teilzunehmen. Wir haben Tausende von (uns hochgejubelte) Kanälen im Web, um dieses Projekte zu verbreiten und zu einer großen Sache zu machen (auch die einfache Email an die Freunde). Realität: Ein einziger Aktivist des vorigen Jahrhunderts würde wohl mehr Unterschriften sammeln. Also woran liegt es? Gibt es so wenige Grün Wähler&innen mit Computer? Steckt das Projekt in einer in sich geschlossenen parallelen Informationsgesellschaft fest? Oder sind wir alle informationstechnisch weniger wichtig als angenommen? Oder aber: sind wir abgerutscht in eine Phase des flüchtigen Wahrnehmens ohne notwendiges, tatsächliches handeln?

Mein überspitztes Fazit: Das Web 2.0 produziert (derzeit) vor allem eines: Heiße Luft, die aus den Lüftern der Computer bläst.

Wir alle hocken hypnotisiert und unfokussiert vor den Geräten und müllen uns und andere zu, anstatt die Kraft der Technologie sinnvoll zu nutzen. Dabei beschwören wir den Teufel der Informationsgesellschaft namens „Multitasking” und sind auch noch stolz darauf alles und nichts zu tun. Output: Stark sinkend in Richtung Stillstand.

Einladung zum Selbstversuch

Zählen wir mal – jeder für sich – jene Stunden zusammen, die wir wöchentlich vermeintlich „arbeiten”, während wir zum hundertsten male Facebook, Twitter und den Email Eingang aktualisieren, und fragen uns – auch wenn es unbequem ist – dann: Hat es sich gelohnt? Welchen Wert haben wir geschaffen? Hat es was bewegt oder zumindest das eigene Leben bereichert?

Ich schließe mit dem Zitat: “Das Wesen des kreativen Prozesses ist, das Vertraute als fremd zu betrachten.” (Unbekannt).

Machen wir das mal mit unserem so vertrauten (Berufs-) Leben in der Informationsgesellschaft (und der Tatsache, dass wir alle den Tag mit dem Aufschalten des Computers beginnen) und sehen dann was in unseren Köpfen passiert. Ich denke – viel.

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13 Kommentare zu “Die Informationsgesellschaft des Stillstandes”

  1. Andrea Mayer-Edoloeyi says:

    Ein sehr feiner Text! Ich denke auch, dass es mal gut ist inne zu halten und zu hinterfragen, was das ganze Web 2.0 wirklich soll, wozu es gut ist und wozu nicht. Wenns mehr sein soll als purer Zeitvertreib, dann ist schon zu fragen, ob wir uns da nicht öfter mal im Kreis drehen anstatt gesellschaftlich vorwärtszukommen.
    Danke für diesen Ausstieg aus dem Workflow und die Erinnerung an die Realität.

  2. Andreas Pizsa says:

    Servus Hannes,
    gute beobachtet.

    Noch stärker ist dieser Effekt bei den unzähligen facebook “Causes” und Groups-Einladungen zu beobachten: unendlich viele virtuelle “Mitmacher”, aber keine tatsächliche Unterstützung in der Sache, die sich auch irgendwie materialisieren würde.

    Wie schnell (und billig) ist ein Klick – und wie schwer hingegen, tatsächlich etwas zu tun, ja gar im eigenen Wirkungskreis?

    Das hat eine positive und eine negative Seite: das Positive daran ist, dass nicht jeder unrefkletierte Blödsinn auch tatsächlich in unmittelbarer Handlung mündet. Das ist gut und wichtig, denn offen gesagt schaudert mir vor der Vielzahl kurz gedachter, impusiver “Ideen”, die so durch die Gegend geistern.

    Negativ ist es in dem Sinne, als offenbar viele Menschen in der Illusion leben, eine “Mitbestimmung” durch Online-Häkchen-Machen würde tatsächliche “Veränderung” bewirken (gemeint sind damit natürlich “die anderen”, “die Welt”, “die Gesellschaft”, bloß nicht das eigene Verhalten).

    Ich würde das nicht nur als Online-Phänomen betrachten. Natürlich kommt online eininges deutlicher zum Vorschein, insbesonders die moderne “Forderungs”-, “Anspruchs”- und “Gratis”-Mentalität, aber ich sehe Online-Medien hier eher als Verstärker oder Beschleuniger denn als Ursache.

    Liebe Grüße,
    Andreas

  3. Jo Spelbrink says:

    Lieber Hannes!

    Ich habe diesen Text mit Genuss gelesen. Du sprichst einen Umstand an, den ich gefühlsmässig ebenso wahrnehme. Es passiert virtuell sehr viel, doch das konkrete Handeln und das gewünschte Ergebnis bleibt öfters aus als gewünscht. Warum das so ist? Ich glaube, wir haben es mit einem virtuellen und verstärkt sichtbaren Abbild der Realität (= Vernetzung) zu tun, die immer mehr voranschreitet. Auf der Ebene der Inspiration ist der virtuelle Raum natürlich grandios, doch mir scheint, dass für die Manifestation der reale Raum unabdingbar ist.

    Das konnte ich an mir selbst feststellen. Lange Zeit habe ich mich gefragt, warum das so sei. Inzwischen kristallisiert es sich immer stärker heraus, dass wir möglicherweise zu sehr dazu geneigt sind, vom virtuellen Raum Dinge erwarten, die eigentlich durch uns selbst passieren sollten. Daher glaube ich, dass wir wahrscheinlich darauf zurückbesinnen sollten, dass zwischen der Idee und der Umsetzung eine ganz wesentliche Phase benötigen, nämlich die der Metadiskussion. Ohne dieser scheint es zu keiner oder nur sehr umständlich zu einer Manifestation zu kommen.

    Die Metadiskussion braucht offenbar einen gewissen Rahmen bzw. einen Raum, um sich entfalten zu können. Meine Frage ist daher, ob wir überhaupt im derzeitigen Umfeld überhaupt gewillt sind oder die Zeit geben wollen bzw. können, damit es sich entfalten kann? Ich habe das Gefühl, genau darin liegt die nächste Entwicklung verborgen. Denn die Metadiskussion hat eine gewisse Filterfunktion, die den Spreu vom Weizen trennt bzw. die wahre Essenz unserer Intentionen hinter den Ideen herauskristallisieren lässt, die den Funken der Manifestation erst entzündet.

    Entweder verfügen wir noch nicht über die erforderlichen Mechanismen im virtuellen Raum oder wir haben es bisher noch nicht erkannt, weil sie stark inmateriell und daher schwer abschätzbar ist.

  4. Patrick Fritz says:

    …macht mich nachdenklich!

  5. digiom (Jana) says:

    Das Ganze bleibt ein Sowohl/Alsauch:

    Einerseits scheint die virtuelle Handlung in gewisser Weiser zu einer Ersatzhandlung zu werden:

    Da man Teile der Identitätsarbeit ja an Facebook etc auslagert, sich der dort zur Verfügung gestellten Module und Praktiken (Fan werden, dem Blognetzwerk beitreten, den “Like”-Button drücken) bedienen kann, ist es nicht verwunderlich, dass diese Ersatzhandlung ab und an mit der eigentlichen Handlung verwechselt wird. Erstens ist es einfacher, zweitens sichtbarer (d.h. “identitätsstiftender”), zugleich freier vom “Risiko” sich ernsthaft um etwas oder auch nur irgendwo hin bewegen zu müssen. Die Unterschrift auf dem Papier lässt sich eben nicht unmittelbar, “per Knopfdruck” abbilden!

    (Zu Überlegen wäre übrigens, ob mehr unterschreiben würden, wenn man das “Fan werden” koppeln könnte mit einer Bestätigung der Initiatoren über die eingegangene Unterschrift – dann gäbe es Fans und “Platinum Fans” – datenschutzrechtlich freilich eine komplexere Sache, aber der Gedanke muss erlaubt sein)

    Andererseits darf man nicht vergessen, dass 70 ein sehr gutes Ergebnis sind für eine Initiative, die seit anderthalb Wochen läuft, und die noch dazu eine Low bis No Budget Initiative ist. Das Web bietet gerade denen mit geringem Kapital hervorragende Vernetzungsmöglichkeiten – und die allgemeine Politikverdrossenheit zu bekämpfen ist ja auch kein leichtes Unterfangen. Da beissen sich sämtliche Parteien wahlturnusmäßig die Zähne dran aus!

    Aber zum Vergleich noch einmal eine andere Zahl, die mich völlig umgehauen hat:

    “Ein Ereignis von großer demokratiepolitischer Tragweite ist 1964 das “Rundfunk-Volksbegehren”. Über 800.000 Menschen unterschreiben dieses von der parteiunabhängigen Presse initiierte erste Volksbegehren in unserem Land, das die Reform des Rundfunks zum Ziel hat. Gefordert wird die “Ent-Politisierung” statt der “Ver-Politisierung” des Rundfunks. Hugo Portisch, der dieses Volksbegehren mit einleitete, ist zu dieser Zeit Chefredakteur des “Kurier”.”

    http://www.mediathek.at/akustische-galerien/ausstellungen/80_Jahre_Radio_1/80_Jahre_Radio/80_Jahre_in_80_Tagen/1964.htm

    Nicht, dass es allein am Wachkoma vor dem Bildschirm liegt, dass Lorenz und Co heute solche Zahlen wohl kaum noch zusammenbrächten – aber das veranschaulicht einem doch mal die unterschiedlichlichen Dimensionen der Anteilnahme, die Veränderung in den letzten 45 Jahren!

  6. Andreas Lindinger says:

    D’accord, eine sehr gute und treffende Analyse, Hannes! Zwei zweigeteilte Gedanken kurz dazu:

    (1a) Ich denke die Fülle an Causes, Groups, Ideen, Anregungen, etc., die man tagtäglich über die unterschiedlichen Medienkanäle (inkl. Social Networks) erhält, erzeugen oftmals auch einen Overload, der zu einem Erstarren im Hinblick auf mögliche Handlungen führt. Beispiel Bloggen: Wenn ich gerade viele Ideen für unterschiedliche Themen im Kopf habe, dann führt diese Fülle an Ideen manchmal zu einer Schreibblockade, während es deutlich einfacher und schneller geht wenn ich nur ein klares, interessantes Thema im Kopf habe. Selbiges kann man meiner Meinung nach auf die ganzen weiteren Vorhaben und Aktionen umlegen.

    (1b) Einerseits ist es die oben angesprochene Fülle an Ideen und Herausforderungen, andererseits auch die Größe der dargebotenen Herausforderungen. Gerade das Internet bietet sehr gute Möglichkeiten, sich zu wichtigen und breiten Themen wie Klimawandel, Energiewende, Integration, soziale Gerechtigkeit, partizipative Demokratie, Wirtschaftskrise, etc. zu informieren. Je mehr Fakten man dadurch auf einfachem Weg zu diesen komplexen Themen bekommt, desto eher erzeugen diese aufgrund der Größe der Herausforderungen ebenso oft bei Menschen ein Gefühl der Ohnmacht, welches wiederum konkrete Handlungen erschwert.

    (2a) Bei den Grünen Vorwahlen sollte ich mir jetzt Anmeldeformulare ausdrucken, die ich hoffentlich immer bei mir habe. Das Problem ist einfach, dass man sich zwar sehr gut mit anderen Leuten über das Thema unterhalten und bei diesen Interesse wecken kann, aber wenn man dann nicht direkt das Anmeldeformular bei sich hat und nur den Link zur Website mit auf den Weg geben kann, dann ist eine Anmeldung schonmal in weite Ferne gerückt, da dies dann für viele doch zu viel Aufwand ist.

    (2b) Das Problem ist auch ein dramaturgisches, nämlich dass jetzt die Unterstützungserklärungen gesammelt werden müssen obwohl noch keine Kandidaten feststehen und erst recht kein Vorwahlkampf stattfindet. Gäbe es schon Kandidaten, würden diese sicherlich mit den Formularen auf die Straße gehen und einige Leute dafür gewinnen können.

  7. h2offenbacher says:

    danke für die guten beiträge und gedanken. @jana: die 800.000 unterschriften unterstreichen die ohnmacht, die ich fühle. wie es andreas so schön erzählt, ist das ausdrucken, unterschreiben und abschicken für die meisten dann doch zu viel aufwand, im vergleich zum flüchtigen 1,2,3 sekunden klick im netz (wobei das mit den fehlenden kandidaten natürlich auch stimmt).

    da könnte man auch sagen, die revolution frisst ihre eigenen kinder. also die beschleunigung macht uns immer langsamer und starrer…

  8. Jürgen Koprax says:

    Da kann ich euch allen nur zustimmen!

    Wir müssen einfach lernen mit diesem Overload zu leben und jeder muss sich auch Filter setzen, dennman hat ein Limit an Fronten an denen man kämpfen kann. Es darf nur nicht wieder ins Gegenteil schwenken. Zum Beispiel alles ausblendet und “ab auf den Egotrip”.

  9. max says:

    Gerade bei den “Grünen Vorwahlen” empfinde ich das es genau das Gegenteil ist. Wie Andreas schon richtig anmerkte ist es etwas sehr abstraktes, vor allem noch ohne KandidatInnen.

    Wenn ich bedenke das es gerade einmal ein paar Blogs darüber geschrieben haben, es einen einzigen Artikel dazu gab ist eine “Conversion Rate” von 70 Personen sehr, sehr, sehr gut!
    Alleine das sozusagen fast 1/3 der Facebook-Fans unterschrieben haben ist das tausenfache einer “normalen” Conversion Rate aus der Werbung und das obwohl der Vorgang da mitzumachen recht kompliziert ist.

    Firmen nehmen sehr viel Geld in die Hand um dieses Ergebniß zu erziehlen. Kenne Kampagnen mit sechstelligen Budgets wo die AuftraggeberInnen froh waren 50 “Leads” bzw. “Kundendaten” zu generieren.

    Anderes Beispiel: T-Mobile ist sehr zufrieden mit dem G1-Verkauf, die Kampagne hat massiv viel Geld gekostet (Fernsehwerbung, etc.) und sie haben Handys im vierstelligen(!) Bereich verkauft, also eigentlich sehr, wenig, aber sie wissen eben was es wert ist.

    Man darf halt nur nicht glauben: “Ich schreib was im Internet und in 10 Minuten hat es die ganze Welt gelesen.”

  10. h2offenbacher says:

    @Max, ja klar ist die “Conversion Rate” im Vergleich zu z.B. G1 gut ABER: hier geht es ja um etwas, was mich NICHTS kostet (was ich durchaus als großes hindernis sehen würde) und die aktion wurde ja primär in einem gut vernetzen, teils freundschaftlichen “fast-grünen” umfeld platziert – im vergleich zu großen medienkampagnen mit 90% streuverlust und null emotionaler bindung zum sender.

    ich wollte aber natürlich auch nicht sagen, dass 70 kein erfolg für die initiative ist, aber ich hätte mir auch nach dieser kurzen zeit mehr erwartet, jetzt wo alle den “change” wollen…

    und: für mich sind die gruenenvorwahlen.at aber auch ein positives beispiel, wie wir web 2.0 sinn orientiert einsetzen. ich hoffe das baby wächst!

  11. mike weber says:

    Kreativität ist die Überwindung der Gleichgültigkeit. (Vilim Vasata)

  12. Amei Poensgen says:

    Alle die Facebook, Twitter & Co erwartungsvoll Zauberkräfte zuschreiben vergessen: das web 2.0 ist nur virtuell, all die vielen Klicks an irgendwelchen Maschinen sind völlig bedeutungslos. Eine Wirkung können die Impulse erst entfalten, wenn Menschen aufstehen, den Computer ausmachen und sie ins echte Leben hinaustragen. Also lautet die Frage eigentlich: welche Impulse aus dem Netz sind so stark, dass ich sie tatsächlich in aktives (nicht virtuelles) Handeln umsetze? Und wie kann ich mich davor bewahren der Versuchung zu erliegen, virtuelles und reales Leben zu verwechseln und wirkungslos am PC hocken zu bleiben?

    Zu den 70 Unterschriften: Wie viele hätte man zusammenbekommen, wenn ein paar Freunde am Wochenende mal an Haustüren geklingelt hätten?

  13. susanne says:

    vielen Dank für diesen kritischen und plastischen Artikel!
    kann ich mir in dem Zusammenhang ja fast selber einen Pluspunkt aufmalen, dass ich da erst jetzt dazuposte… ;o)

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