Und plötzlich ist es Zukunft.

Mrz 29, 2009 11 Kommentare Allgemein

Ich sitze im ICE von Innsbruck nach Wien und tue das, was ist immer während der Zugfahrt mache. Immer schon? Natürlich nicht, aber es fühlt sich so an. Die Jahre vergehen und schnell gewöhnen wir uns an die Fortschritte der Technik. Schleichend wird die ITK Zukunft zur Normalität. Doch kurz reflektiert ist es eine faszinierende, rasante Entwicklung, welche Jahr für Jahr unser Leben verändert.

Trains and Things

  1. Arbeiten am PC
    Ich sitze im ICE und es ist für mich selbstverständlich, dass ich mein Netbook aufklappe, dessen Akku locker 4 Stunden hält. Im Vollbetrieb.
  2. Mobiles Internet
    Dazu stecke ich mein mobiles Breitband (!) Internet an, welches ich auf ca. 75 Prozent der Strecke nutzen kann (Dass der Zug bis zu 160 km/h fährt, sollte in Erinnerung geholt werden). Natürlich mit einigen Ausfällen, doch auch das wird rasch der Vergangenheit angehören.
  3. Publizieren
    Eindrücke des Buches, welches ich mit mir habe, notiere ich mir im Netbook und veröffentliche diese als Blog Beitrag. Den Link zu diesem Beitrag schicke ich via Twitter an 350 Follower und via Twitter geht dieser Link auch an Facebook und erscheint als Status Message, ersichtlich für meine 500 Kontakt rund um den Erdball. Kein Zauber.
  4. Musikgenuss
    Neben dem Abarbeiten meiner Emails höre ich Musik. Via Livestream meines Internetradios LastFM. Ohne lästige Werbeunterbrechung. Genau jene Musik die ich jetzt hören will, ohne diese besitzen – geschweige – kaufen zu müssen.
  5. Bankgeschäfte
    Zwischen Salzburg und Linz tätige ich eine Banküberweisung. Via Mobilfunktelefon bestätige ich diese. Völlig selbstverständlich. Vor wenigen Jahren musste ich noch „TAN Sets“ von der Bank bestellen, die mir via Post zugestellt wurden. Damals war das cool.
  6. GPS
    Da mein Zug (wieder einmal) Verspätung hat, möchte ich irgendwo vor Wien wissen, wie lange wir noch bis Wien West brauchen werden. Dazu muss ich nicht mehr auf den Zugbegleiter warten. Ich aktiviere die Positionsbestimmung auf meinem GPS fähigen Handy. IN wenigen Sekunden sehe ich wo ich mich befinde. Vor einem Jahr wünschte ich mir noch ein KM Display von der ÖBB. Jetzt völlig überflüssig.

Ich komme in Wien an. Dass ich in der ITK Zukunft angekommen bin merke ich nur, wenn inne halte und meine Zugreise reflektiere. Ich schließe mit einem Zitat des katalanischen spanischen Malers Salvador Dalí der sagte:

„Am liebsten erinnere ich mich an die Zukunft“

Es bleibt spannend. Wie sieht wohl eine Zugreise in 2 Jahren aus?

11 Kommentare zu “Und plötzlich ist es Zukunft.”

  1. Andreas Lindinger says:

    Wie die Zugreise in 2 Jahren aussehen wird? Statt am PC-Netbook arbeitest du am Apple-Touchscreen-Netbook, das mobile Internet hält dabei ohne Ausfall, die Musik kommt von einem anderen Anbieter da niemand für Last.FM zahlen will und Bankgeschäfte machst du nach 3 Jahren Finanzkrise direkt mit der Republik da es keine Banken mehr gibt… ;-)

    Nein, im Ernst, eine interessante Reflexion zum Alltag, die zeigt wie rasch sich Innovationen in ebendiesen integrieren!

  2. Jo Spelbrink says:

    Schöner Artikel, Hannes! :) Erstaunlich ist die Synchronizität an diesem Wochenende. Via Twitter habe ich von Bekannten erfahren, wie sie über die Bahn und das Internet denken. Das herrlichste Satz war: “Endlich mal ne Bimmelbahn mit funktionierendem WLAN.”

  3. h2offenbacher says:

    @Andreas: Ha! Ein Apple :-) Ich denke eher ein Notbook mit Solarfeldern, aus Bambus, mit Google Android als System…

  4. Patrick Wolf says:

    Hallo Hannes,

    ist wirklich interessant wie schnell man sich an die technische Entwicklung gewöhnt. Habe ja jetzt mein iPhone seit ein paar Monaten und mich schon so daran gewöhnt, dass ich einfach schnell mal online gehen kann und was nachsehen kann. Nur hier in den USA spielt es das nicht, ausser ich will als arme Kirchenmaus zurückkommen – ich sag nur Data-Roaming. Man gewöhnt sich einfach viel zu schnell an so etwas und nimmt es als Selbstverständlichkeit hin.

    Grüsse aus Washington DC
    Patrick

  5. Seeliger says:

    Einen schöne Beschreibung. Danke.
    Allerdings ist die Zukunft immer noch recht teuer. Schließlich kostet ein vernünftiger Handytarif mit Flatrate mindestens 35€/Monat. Mal abgesehen von gutem Equipment. Das hat zur Folge, dass die Zukunft leider nur bei einem Teil der Bevölkerung ankommt.
    Und eins wird sich wohl nie ändern, bei allem Fortschritt nicht – die Bahn kommt immer noch zu spät.^^

  6. Patrick Fritz says:

    na ja, die umts verbindung ist aber ziemlich oft unterbrochen :-(

  7. h2offenbacher says:

    also bei mir hält A1 sehr gut durch (UMTS / HDSPA) …

  8. Fabian says:

    Schöner Artikel…klar, der technische Fortschritt ist schon beindruckend. Vor 10 Jahren haben wir uns noch mit lärmenden Modems rumgeschlagen, an mobiles Internet war gar nicht zu denken. Aber dafür haben wir damals die Zugfahrt genossen, ausm Fenster geguckt, die Landschaft betrachtet und die Gedanken schweifen lassen.. Irgendwie hat alles so seine Vor- und Nachteile.

    Gruß,
    Fabian

  9. h2offenbacher says:

    @Fabian: ich habe früher eindeutig mehr geschlafen. Aber da gab es noch die Abteile, wo man mit 2 gegenüberliegenden Plätzen ein Bett bauen konnte. Da konnte man dann herrlich in den Himmel schauen und Musik hören. Damals, als wir noch jung waren :-)

  10. Mike says:

    Stimmt, früher war das Wunschdenken, heute einfach nur normal und Routine. Ich finde es klasse, das es möglich ist und möchte auch nicht mehr drauf verzichten. Die Bahn hat zwar viele Nachteile, aber das ist Top.

  11. jochen says:

    Naja ich würde sagen nun fast 1,5 Jahre später sitzt man im Zug mit seinem Ipad ;)

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