100.000 Gesichter für die Chance Nachhaltigkeit

Nov 03, 2008 11 Kommentare Allgemein

Heute (02.11.08) um 16 Uhr habe ich ein Experiment gestartet. Innerhalb des Social Networks Facebook habe ich die Gruppe „100.000 Gesichter für die Chance Nachhaltigkeit” gegründet. Mit dem (irren) Ziel, dass die Gruppe bis Ende 2009 wirklich 100.000 Mitglieder umfasst.

Olga
Photo by barhotka on Zooomr

Warum das nun?

In den letzten Tagen entstand im Blog “Einfach Nachhaltig” von Markus Trumann und Wolfram Latschar eine kritische Diskussion über die Plattform Utopia. Wie man meinen kritischen Kommentaren dort entnimmt, bin auch ich nicht ganz zufrieden. Was mich (nicht nur bei Utopia) stört, ist diese Reduktion von Nachhaltigkeit auf einzelne, kleine Teilbereiche, die dann isoliert und oberflächlich ans Volk (und die Medien) gebracht werden. Diese ewige, mediengerechte Reduktion des Themas geht mir auf den Geist und ist ein Missstand. Hier haben mich meine Freunde vom Sustainable Europe Research Institute (SERI) in den letzten Jahren gut belehrt.

Nachhaltigkeit ist ein Metathema, quer durch alle Bereiche der Gesellschaft. Nachhaltigkeit ist NICHT nur Umweltschutz, CO2 Reduktion oder Fairtrade. Was Nachhaltigkeit ist, erklärt das Drei-Säulen Modell für mich wunderbar:

Das Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung geht von der Vorstellung aus, dass nachhaltige Entwicklung nur durch das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, sozialen und wirtschaftlichen Zielen erreicht werden kann, da nur so sowohl die ökologische, als auch die ökonomische und die soziale Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft sichergestellt und verbessert werden kann. Die drei Aspekte bedingen sich dabei gegenseitig. (Quelle Wikipedia)

Zudem bin ich zutiefst davon überzeugt, dass es höchste Zeit ist, Nachhaltigkeit als jene grandiose Chance zu verstehen, die uns in eine unserer Intelligenz entsprechende, lebenswerte, gerechte, gute Zukunft führt. Nicht umsonst engagiere ich mich seit 2 Jahren für die WeissSee2250 Initiative (Sustainable Entrepreneurship).

Aber zurück: Das Experiment

Im Rahmen der kritischen Diskussion über Utopia warf ich auch den Gedanken auf, dass wenn jemand wirklich eine Nachhaltigkeitswelle starten möchte, dann solle man doch (nicht wie Utopia) erneut ein eigenes, geschlossenes und technisch zweitklassiges Social Network aufbauen, sondern die bestehende Infrastruktur von Facebook nutzen. Diese 110 Millionen User könnten tatsächlich was bewegen. Dagegen erscheinen die 25.000 Utopisten sehr klein.

Und so kam es, dass ich es nun wissen will. Was kann man dort bewegen? Kann man eine derart große Zahl für das Thema Nachhaltigkeit interessieren? Sie so weit für das Thema und die damit verbundenen Chancen begeistern, dass Sie der Gruppe beitreten und auch andere Freunde einladen? Und wenn ja, kann man damit innerhalb einem Jahr 100.000 Leute versammeln?

Virale Effekte. Geht das?

Ich will es wissen. Seit Jahren höre und lese ich von der Kraft der Social Networks und den faszinierenden viralen Effekten. Mal sehen ob das in der Praxis klappt. Und was ist das für ein toller Gedanke, wenn wir mit einer solchen Gruppe, innovative und wertvolle Nachhaltigkeitsprojekte und Events pushen könnten. Ein Turbo Boost für die Nachhaltigkeit.

Start des Experiments war heute – 2.11.2008 – um 16 Uhr.
Aktueller Stand: 74 Mitglieder, 459 ausstehende Einladungen
Und: Ich habe sogar schon 2 Logovorschläge von Manuel Sauer geschickt bekommen.

Na das startet ja rasant!

PS: Ich freue mich natürlich, wenn jemand über das Experiment bloggt, twittert und der Gruppe auf Facebook beitritt! Ein Klick und die Lawine rollt los.

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11 Kommentare zu “100.000 Gesichter für die Chance Nachhaltigkeit”

  1. Chance Nachhatligkeit – Bio Emma says:

    [...] besser wäre, auf Plattformen zurückzugreifen, die bereits über viele Benutzer verfügen. Als Experiment zur Überprüfung dieser Aussage, hat er auf Facebook die Gruppe “100.000 Gesichter für die CHANCE NACHHALTIGKEIT!” [...]

  2. Reto says:

    Mal abgesehen davon, dass Facebook im Moment einfach sehr gehypted wird, ist die Frage, was das Gruppenfeature dort – welches sehr anscheinend sehr rege benutzt wird – für einen konkreten Nutzen hat. Ausser dem Stärken eines Zusammengehörigkeitsgefühls.

    In dem Sinne ein schönes Experiment, welches vielleicht ein weiterer Baustein der Brücke zwischen Online-Vernetzung und Offline-Aktivität bildet.

  3. Matthias Schwenk says:

    Ob Facebook dafür die richtige Plattform ist? Sicher kann man über dieses Social Network Aufmerksamkeit erzeugen und Anhänger für ein Konzept gewinnen. So gesehen ist der eingeschlagene Weg sicher gut.

    Andererseits aber dürfte die Gruppenfunktion von Facebook überfordert sein, wenn es darum geht, Projekte und Initiativen in einer Gruppe von 100.000 Personen zu initiieren und koordinieren. Aber bis dahin ist es ja noch etwas Zeit… ;-)

  4. Hannes Offenbacher says:

    Also natürlich, WENN wir nur annähernd so viele in die Gruppe bekommen, dann kann man noch immer andere Wege gehen und z.B. ein Facebook Plugin (Applikation) auf die Beine stellen. Das wäre dann kein Problem.

    Aber zu Beginn ist es wunderbar. Es kann alles was man braucht (im Vergleich zu den Xing Gruppen).

    Also ich würde mich freuen, wenn ich einmal die Sorge habe, dass die Facebook Gruppe – funktional – nicht mehr ausreicht, dann bin ich glücklich :-)

  5. Luca says:

    Ich sehe es auch nicht so kritisch. Facebook ist technisch am besten und bietet eine tolle Grundlage für eine solche virale Aktion. Aus meiner Sicht, dient die Gruppe momentan vor allem dazu, sich zu organisieren, das Thema zu verbreiten und mehr Menschen dafür zu begeistern.

    Welche Features bietet Facebook für Gruppen

    Die Wall
    Jeder hat die Möglichkeit ein kurzes Statement abzugeben. Sich ausdrücken ohne lange zu diskutieren.

    Ein Forum
    Hier kann inhaltlich diskutiert werden. Wie geht es mit der Gruppe weiter? Was ist für mich Nachhaltigkeit? Man kann Projekte vorstellen und mehr.

    Newsbereich
    Wichtige Dinge können angekündigt werden

    Nachrichten
    Es kann eine Nachricht an alle Mitglieder gesendet werden, um über etwas zu informieren, zusammen zu fassen, was passiert ist oder noch einmal anspornen.

    Events
    Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit können eingetragen werden und die Mitglieder sehen auf einen Blick, was es gibt. Weiters erfahren sie, wer zu den Veranstaltungen geht und können somit leichter Leute, die sich ebenfalls in dem Bereich betätigen treffen.

    Photos / Videos / Items
    Hier finde ich den Bereich Items interessant, wo man Links zum Thema mit einer kurzen Beschreibung posten kann.

    Wenn man davon ausgeht, dass zwischen 1% bis 8% wirklich aktiv sind, reicht das in meinen Augen vollkommen aus. Natürlich hat man später auch die Möglichkeit mehr daraus zu machen. Für mich persönlich ist es jedoch angenehmer, wenn ich nicht viele extra Seiten besuchen muss und über Neuigkeiten einfach in meinem Newsfeed benachrichtigt werde.


    Es sprach ein Facebook-Fanboy.

  6. Meral / Digitalks says:

    Gerade am Wochenende über “Weltverbesserer-Communities” diskutiert beim CommunityCamp mit Utopia.de und Weltretter.org, deswegen denke ich, dein Ziel ist machbar.

  7. LOHAS - Mythos und Wirklichkeit. | Kaffee-Satz! says:

    [...] Bescherung": Gerade, da in den Blogs von Michal Wenzel, Markus Trumann/Wolfram Latschar, Hannes Offenbacher, Peter Parwan oder bei gokui signs über Nachhaltigkeit im Allgemeinen und den Spagat zwischen [...]

  8. Hans-Jürgen Langenbahn says:

    Nachdem ich mich heute ebenfalls bei den “100.000 Gesichtern …” eingetragen haben, flattert mir eine Einladung zur offiziellen Vorstellung der Studie “LOHAS – Mythos und Wirklichkeit” ins Haus resp. in die Mailbox. Siehe dazu meinen gleichnamigen Beitrag unter http://kaffee-blog.maskal.de/lohas/lohas-mythos-und-wirklichkeit.

    Viele Grüße,

    Hans
    http://kaffee-blog.maskal.de
    PS an Hannes: Wir bleiben am Ball!

  9. Andreas Lindinger says:

    Sehr interessante Aktion! Ist es Absicht, dass der Gruppenname und die Beschreibung nur auf Deutsch sind, also willst du die 100.000 User rein aus dem deutschsprachigen Raum gewinnen? Oder kommt da zumindest noch was auf Englisch?

  10. Hannes Offenbacher says:

    @Hans-Jürgen: Auch die Studie bin ich gespannt ;)
    @Andreas: Es ist bewusst auf Deutsch. Einfach weil – auch ich – zur deutschsprachigen Blogosphäre gehöre UND wenn die Gruppe groß wird und wir die online Kraft in die reale Welt bringen wollen, eine sprachlich-regionale Eingrenzung sehr praktisch ist, um auch wirklich sinnvoll z.B. offline Veranstaltungen zu machen die in einer realistischen Reichweite liegen.

  11. Hannes Offenbacher startet "100.000 Gesichter für die Chance Nachhaltigkeit" | Einfach Nachhaltig says:

    [...] erklärt in einem Blogeintrag zu “100.000 Gesichter für die Chance Nachhaltigkeit”, welche Gründe ihn veranlasst haben die Gruppe zu gründen und welche Ziele er damit [...]

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