Heute (02.11.08) um 16 Uhr habe ich ein Experiment gestartet. Innerhalb des Social Networks Facebook habe ich die Gruppe „100.000 Gesichter für die Chance Nachhaltigkeit” gegründet. Mit dem (irren) Ziel, dass die Gruppe bis Ende 2009 wirklich 100.000 Mitglieder umfasst.

Olga
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Warum das nun?

In den letzten Tagen entstand im Blog “Einfach Nachhaltig” von Markus Trumann und Wolfram Latschar eine kritische Diskussion über die Plattform Utopia. Wie man meinen kritischen Kommentaren dort entnimmt, bin auch ich nicht ganz zufrieden. Was mich (nicht nur bei Utopia) stört, ist diese Reduktion von Nachhaltigkeit auf einzelne, kleine Teilbereiche, die dann isoliert und oberflächlich ans Volk (und die Medien) gebracht werden. Diese ewige, mediengerechte Reduktion des Themas geht mir auf den Geist und ist ein Missstand. Hier haben mich meine Freunde vom Sustainable Europe Research Institute (SERI) in den letzten Jahren gut belehrt.

Nachhaltigkeit ist ein Metathema, quer durch alle Bereiche der Gesellschaft. Nachhaltigkeit ist NICHT nur Umweltschutz, CO2 Reduktion oder Fairtrade. Was Nachhaltigkeit ist, erklärt das Drei-Säulen Modell für mich wunderbar:

Das Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung geht von der Vorstellung aus, dass nachhaltige Entwicklung nur durch das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, sozialen und wirtschaftlichen Zielen erreicht werden kann, da nur so sowohl die ökologische, als auch die ökonomische und die soziale Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft sichergestellt und verbessert werden kann. Die drei Aspekte bedingen sich dabei gegenseitig. (Quelle Wikipedia)

Zudem bin ich zutiefst davon überzeugt, dass es höchste Zeit ist, Nachhaltigkeit als jene grandiose Chance zu verstehen, die uns in eine unserer Intelligenz entsprechende, lebenswerte, gerechte, gute Zukunft führt. Nicht umsonst engagiere ich mich seit 2 Jahren für die WeissSee2250 Initiative (Sustainable Entrepreneurship).

Aber zurück: Das Experiment

Im Rahmen der kritischen Diskussion über Utopia warf ich auch den Gedanken auf, dass wenn jemand wirklich eine Nachhaltigkeitswelle starten möchte, dann solle man doch (nicht wie Utopia) erneut ein eigenes, geschlossenes und technisch zweitklassiges Social Network aufbauen, sondern die bestehende Infrastruktur von Facebook nutzen. Diese 110 Millionen User könnten tatsächlich was bewegen. Dagegen erscheinen die 25.000 Utopisten sehr klein.

Und so kam es, dass ich es nun wissen will. Was kann man dort bewegen? Kann man eine derart große Zahl für das Thema Nachhaltigkeit interessieren? Sie so weit für das Thema und die damit verbundenen Chancen begeistern, dass Sie der Gruppe beitreten und auch andere Freunde einladen? Und wenn ja, kann man damit innerhalb einem Jahr 100.000 Leute versammeln?

Virale Effekte. Geht das?

Ich will es wissen. Seit Jahren höre und lese ich von der Kraft der Social Networks und den faszinierenden viralen Effekten. Mal sehen ob das in der Praxis klappt. Und was ist das für ein toller Gedanke, wenn wir mit einer solchen Gruppe, innovative und wertvolle Nachhaltigkeitsprojekte und Events pushen könnten. Ein Turbo Boost für die Nachhaltigkeit.

Start des Experiments war heute – 2.11.2008 – um 16 Uhr.
Aktueller Stand: 74 Mitglieder, 459 ausstehende Einladungen
Und: Ich habe sogar schon 2 Logovorschläge von Manuel Sauer geschickt bekommen.

Na das startet ja rasant!

PS: Ich freue mich natürlich, wenn jemand über das Experiment bloggt, twittert und der Gruppe auf Facebook beitritt! Ein Klick und die Lawine rollt los.