Waldzell Review: Hat es mich inspiriert?
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Waldzell. Das ist zu einem ein kleiner Ort in Oberösterreich. Zum anderen ist es ein fiktiver Ort aus Herman Hesses Roman „Das Glasperlenspiel“, in dem ausgewählte Menschen, die Glasperlenspieler, einmal im Jahr ein geistig-sinnliches Gesamtkunstwerk erschaffen, welches seine Wirkung weit über den Kreis der Spieler hinaus entfaltet und wesentlich zur Weiterentwicklung der Gesellschaft beiträgt. Dieser fiktive Ort war auch Inspiration für den Namen des jährlich stattfindenden Waldzell Meetings im Stift Melk.

Tagcloud by the Journalist of the Future & M. Hollauf
Bereits zum fünften Mal fand dieses ungewöhnliche und etwas mysteriöse Event heuer in der tollen Kulisse des Melker Benediktinerstiftes Melk statt. Dennoch ist dieses Juwel der österreichischen Eventlandschaft den meisten unbekannt. Und das, obgleich die Liste der Ehrengäste beeindruckt (Dalai Lama, Warren Bennis, Sir Paul Nurse, u.v.m.) und im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen die sich gerne „international” nennen, dort wirklich Speaker wie auch Teilnehmer&innen von allen Kontinenten vertreten sind.
Doch worum geht es beim Waldzell Meeting? Der Untertitel „A Global Dialog for Inspiration” bietet eine breite Assoziationsfläche.
Waldzell inspiriert Menschen, ihr volles Potential zum Ausdruck zu bringen. Anleitung dazu finden wir in den alten Weisheitslehren, dem reichhaltigen Wissen der Naturvölker und in den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft. Inspiration suchen wir in der Kunst. Dabei trachten wir nach einem tiefen Verstehen, das eine solide Basis für eine nachhaltige Integration in unseren Alltag bieten kann. Die gewonnenen Erkenntnisse wollen wir allen Menschen zur Verfügung stellen und für Wirtschaft, Bildung und Politik nutzbar machen. (Waldzell.org)
Fern der Oberflächlichkeiten
Inspiration ist dabei aber kein leeres Versprechen wie bei Wahlzuckerln. Die Atmosphäre im Stift, die ausgewählten 150 Teilnehmer&innen, der globale Blick auf die Welt, dessen Gesellschaft & Wirtschaft und das Körper und Geist anregende Rahmenprogramm machen einen deutlichen Unterschied. Man fühlt sich erfrischend fern von Oberflächlichkeiten und dem sonst vorherrschenden, stumpfen Networking.
Wie immer, waren auch beim Waldzell Meeting die Gespräche mit den Menschen mein persönliches Highlight. Und interessante Gesprächspartner findet man dort mühelos. So kam ich in der Kaffeepause zufällig mit Alan Webber, Gründer von fastcompany.com ins Plaudern, lernte bei der Schnaps-Verköstigung eine der Gründerinnen einer neuen, interessanten österreichischen Partei namens WIR kennen und tratschte in der Stiftsbibliothek mit dem Gründer von XING – Bill Liao – über alternative Erziehungsformen und autarke Lebensweisen. Ungezwungen, entspannt, herzlich. So anders.
Ein Rahmenprogramm für Körper & Geist
Meine Batterien konnte ich im Kellergewölbe in einer 30 Minütigen Einheit auf der Alpha Liege und der morgendlichen Meditation aufladen, tiefe Inspiration erntete ich bei der interreligiösen, instrumentalen Messe in der Stiftskirche und neuen Mut bekam ich durch die Gespräche mit den 12 Architects of the Future, die mit ihren sozialen Projekten die Welt ein Stück besser machen.
Und noch etwas ganz besonderes fällt auf: Die vielen, so ehrlich und herzlich lachenden Gesichter der Teilnehmer&innen. Ein Lachen, dass von Herzen kommt und jeder bereit ist zu Verschenken. Auch an Fremde. Ein Lachen, dass ich in unserer westlichen Welt – unter Fremden – nur selten wahrnehme. Haben wir es verlernt?
Ein buntes Mosaik der Erinnerungen
Waldzell ist mehr als eine Konferenz. Es ist wohl die erste Veranstaltung in Österreich, die ich auch wirklich global-international erlebt habe. Die es geschafft hat sich erfolgreich gegen eine politische Instrumentalisierung zu wehren. Eine Veranstaltung wo man spürt, dass die Menschen dahinter wirklich etwas bewegen wollen und nicht nur auf der Suche nach billiger PR sind. So stört es wenig, dass Waldzell in der Presse verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit erlangt. War man dort, ist man Teil einer besonderen Sache. Es lässt einem nicht kalt. Es ist nicht „noch ein Event”, sondern endlich ein Event mit Herz, Seele und Tiefe, ohne ins von vielen gefürchtete Spirituell-Esoterische Ecke abzugleiten.
Die Mischung ist geglückt. Wie ein toller Cuvée, der vor allem im Abgang seine volle Qualität auspielt. Denn man verlässt am letzten Tag diesen magischen Ort in Melk und nimmt etwas mit das Beständigkeit hat. Ein buntes Mosaik von Eindrücken und Erinnerungen, dass die vielen grauen Bilder der Business Event Szene überstrahlt und überdauern wird. Wie erfrischend.
Ich gratuliere Gundula Schatz zum Erfolg und wünsche gutes Gelingen für die Zukunft von Waldzell.
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danke Hannes!
besser – finde ich – kann man ein ereignis nicht zusammen fassen, das man nicht zusammen fassen kann.
ich war selbst erstmals beim waldzell meeting und der vergleich mit mosaik spricht mich sehr an. ich habe von dort sicherlich viele “bunte steine” mit genommen, deren zukünftigen platz in neuen bildern ich noch gar nicht kenne und gleichzeitig auch das gefühl, dass sie alle in ein großes gesamtbild passen.
sunshine!
Jan
@Jan, freue mich auf unser Zusammentreffen beim Barcamp am Wochenende
Einen Blogger, welcher die Veranstalung schriebender Weise begleitet hat, hast Du scheinbar nicht mehr gefunden, oder?
Nein, dass war dann jenen, die ich als passend gesehen hätte, zu kurzfristig
LG Hannes