Jahrhundert-Chance “grüne Architektur”
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Am Wochenende habe ich ein sehr anregende Präsentation des herausragenden Architekten Norman Foster entdeckt, welche er bereits 2007 auf der DLD hielt. Unter dem Titel “Building on the green agenda” spricht er von einer grünen Revolution in der Architektur – aber auch über die oft nicht bewusste Tatsache, dass Gebäude – derzeit – die stärksten Energiefresser unserer Gesellschaft sind (und Energieverbrauch bedeutet natürlich auch Emissionen). Laut Foster tragen Gebäude 44% zum gesamten Energieverbrauch bei. 26% fallen auf die Personentransport, 8% auf den Warenverkehr und 22% auf die Industrie. Spannend zeigt er auf, dass damit 70% (Gebäude und Personenverkehr) des Energieverbrauchs auf das Design, die Struktur und Bauweise unserer Lebenswelt zurück zu führen sind. Die Art WIE wir z.B. städtische Strutkuren erbauten und ausbauen, wirkt sich unmittelbar auf die Energiebilanz unserer Gesellschaft und damit auch auf die Co2 Emissionen aus.
Foster weckt damit großes Interesse bei mir, natürlich auch, da ich ausgebildeter Hochbautechniker bin und meine Begeisterung für Architektur gerade in den letzten Jahren wieder größer geworden ist. Und: Aus meiner Beobachterperspektive ist es einfach lächerlich, dass unsere hochentwickelte Gesellschaft (ja ok, darüber können wir streiten) noch immer nicht ihrer Intelligenz und dem VORHANDENEN Wissen entsprechend baut. Klar ist, dass man die (ge)wachsenen Strukturen von Städten nur sehr langfristig aufbrechen wird können. Früher nur dann, wenn man neue Städte am Reisbrett entwirft. Doch beim Gebäude an sich, könnten wir JETZT ansetzen.
Aber eines muss uns klar sein. Es geht heute nicht darum Passivhaus-Standard zu erreichen, sondern darum Gebäude neu zu verstehen – nämlich als Kleinkraftwerke. Die Energiebilanz von Gebäuden muss nicht nur ausgeglichen sein, Gebäude des 21. Jahrhunderts müssen mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen. Technisch stellt das (fast) kein Problem dar, finanziell verlangt es natürlich Weitblick und politisch müsste man entsprechend handeln (fördern). Politische Tatsache ist leider, dass noch nicht einmal eine verpflichtende Wärmedämmung umgesetzt wurde. Das ist nicht ernüchternd, sondern beschämend.
Die Präsentation von Norman Foster bewegt mich auf jeden Fall dazu, auch die Architektur verstärkt in den Fokus meines Blogs aufzunehmen. Es reizt mich speziell die Frage: Welche Unternehmen bzw. Unternehmer haben einen derartigen Weitblick, dass sie bei Gebäuden spürbare Mehrkosten aus sich nehmen, obwohl sich diese Investitionen erst in 10-20 Jahren rechnen? Und warum tun sie es?
Freue mich über Hinweise von Eurer Seite!
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