Entrepreneurship als Qualifikation der Zukunft? Der deutsche Dr. Faltin ist ein unermüdlicher Kämpfer für ein neues eigentlich richtiges Verständnis von “Entrepreneurship”. Leider hat er – auch wenn er aus Beweiszwecken dafür ein erfolgreiches Unternehmen (die Teekampagne) gegründet hat – seit 1998 kein neues Buch veröffentlicht.

William and the Books
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Ich bin aber zuversichtlich, dass dieser Moment bald kommen wird. Inzwischen kann man sich dieses wirkliche spannende PDF durchlesen, um die Sichtweise von Dr. Faltin zu verstehen. Er schildert hier nicht nur seine eigene Gründung, sondern auch exemplarische Beispiele seiner “Schüler”.

Sein besonderes Augenmerk gilt der eigentlichen, unternehmerischen Arbeit – der Ideenarbeit oder auch “Entrepreneurial Design” genannt.

Das notwendige Bindeglied zwischen Erfindung oder neuer Technologie und dem wirtschaftlichen Erfolg im Markt ist die unternehmerische Idee, das Konzept oder das »Entrepreneurial Design«, wie immer man es nennen will.

In der deutschsprachigen Literatur scheint sich der Begriff des Geschäftsmodells durchzusetzen, die wörtliche Übersetzung des amerikanischen „business model” – eine höchst unglückliche Wortschöpfung. Sie reduziert die notwendige Ideenarbeit ausgerechnet auf das Wort „Geschäft”, während der Begriff „Modell” nach Theorie klingt, obwohl das Konzept doch gerade an seiner Praxistauglichkeit gemessen werden muss.

Und wieder weißt er darauf hin, dass der Unternehmer AM und nicht IM Unternehmen arbeiten soll. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Gerade in den ersten Jahren erfüllt man als Gründer oft die Funktionen (1) Unternehmer, (2) Manager und (3) Fachkraft zugleich, wie Stefan Merath in seinem Buch treffend analysiert. Dr. Faltin legt weiterführend großen Wert auf die Tatsache, dass der Unternehmer eine gewisse Distanz zum eigenen Unternehmen wahren muss, um das Handwerk Unternehmertum ausführen zu können.

Der Unternehmer als Alleskönner? Einer der arbeiten muss bis zum Umfallen? Eine immer noch tief verwurzelte Vorstellung, obwohl sie aus dem letzten Jahrhundert stammt, eigentlich noch aus dem vorletzten. Gehört nicht gerade zum Führen Distanz zum Alltag, ein Stück Muße? Wie soll man den Horizont im Auge behalten, neue Entwicklungen rechtzeitig erkennen, wenn man völlig in der Organisation aufgeht?

Aus der Sicht einer Wirtschaftsuniversität zählt Dr. Faltin damit wohl zu den Revolutionären. Wohl auch deshalb, da universitäre Lehrinhalte eher den unternehmerisch denkenden (Intrapreneure) und nicht aber den unternehmerisch handelnden (Entrepreneure) Menschen fördern. Die Antwort auf die Frage, warum das so ist, könnte man in der Finanzierungsstruktur der Institute und im Mindset des leitenden – angestellten – Personals finden.

Das PDF von Dr. Faltin gibt es HIER >>>