))) im Dialog: Markus Hübner | Frage 5

Mrz 28, 2008 0 Kommentare Allgemein

Im Dialog über Menschen, Medien & Möglichkeiten: Markus Hübner, Brandflow
(c) Daniel K. Gebhart

Fotos by Daniel K. Gebhart, Fotograf aus Wien – www.fotografisch.at 

 

 

Frage 5: Bloggen ist in aller Munde. Ist Bloggen Deiner Einschätzung nach ein Trend einer Internet Subkultur, oder steckt mehr dahinter?

 

 

Oh, eine sehr spannende und interessante Frage. Die Antwort dazu ist ziemlich vielschichtig. Bloggen trifft grundsätzlich zielgerichtet das Dialogbedürfnis der Menschen. Dies hat sich, ebenso wie die Kommunikation selbst, in den letzten Jahren vom Stadtgespräch hin zum globalen Austausch, unterstützt durch die fortschreitende Digitalisierung, gewandelt.

 

Bloggen hat sehr viele schöne Seiten. Es ist eine der reinsten Formen der Kommunikationsvermittlung. Es zählt dabei weder das "Standing" einer Person, dessen Umfeld / Status / Karriere etc. Was zählt sind die Informationen, Geschichten und spannenden Einblicke die ein Blogger zu bieten hat. Der "content is king" Ansatz läßt sich durch den Erfolg des Bloggens traumhaft nachvollziehen.

 

Diese globale, geöffnete und vernetzte Form der Kommunikation verfügt über ein sehr starkes Momentum. Schon jetzt sehen wir die vielfältigen Auswirkungen des Bloggens, ob auf Seite von Privatleuten, Firmen, Medien etc. Diese Auswirkungen näher zu beschreiben würden den Umfang hier bei weitem sprengen, doch man kann hier vereinfacht festhalten, dass sich viele erst mit der neuen Situation vertraut machen mußten. Eigentlich viel zu lange war die Kommunikation linear und passiv. Durch die Interaktion und den Dialog sehen sich zB gerade Firmen vor neuen Herausforderungen, ob man nun die Herausforderung annimmt auf kritische Fragen zu sensationell klingende PR-Botschaften aus dem eigenen Haus zu antworten, oder Stellung zu nehmen zu aktuellen Firmenentscheidungen wie Job-Abbau etc.

 

Durch die Einfachheit des Bloggens und den hohen Vernetzungsgrad entsteht somit eine weltweite "blogsphere" deren Bedeutung Tag für Tag wächst. Ich sehe demnach die Bedeutung als einen nachhaltigen Schritt in der Kommunikationsentwicklung. Es ist deshalb mehr als ein Trend. Auch wenn man sagen muß, dass es bisher einige Blogger im Glauben um ihre Bedeutung übertrieben haben, nur weil sie einen Blog betreiben.

 

Die Kultur des Schreibens erlebt dadurch wieder eine Rennaissance und Storytelling sowie spannende Inhalte stehen als Asset / Wirtschaftsgut heute ganz oben auf der Liste. Allerdings sehe ich eine Entwicklung im Corporate Blogging Bereich zunehmend als Bedrohung für das Bloggen. Ghost-Writer / Fake Blogget etc. stehen ganz im Gegensatz zur offenen, transparten Form der Kommunikation. Wie schon beim Web 2.0 Panels des Staatspreis damals erwähnt, gilt es diesen "Tag der offenen Tür" 365 Tage im Jahr für Firmen zu leben. Und hier weder authentisch noch glaubwürdig vorzugehen ist ein äußerst Spiel, das früher oder später ohnedies zum Scheitern verurteilt ist.

 

Ich sehe der Zukunft der Kommunikation und der damit verbundenen Markenführung sehr positiv entgegen. Der Erfolg wird zunehmend geprägt von echten Werten, Produkteigenschaften etc. und weniger von inszenierten Budgetschlachten der Unternehmen.

 

Danke für die interessante Interview-Serie und ich wünsche allen Lesern noch viel Erfolg mit ihren Projekten. Bei weiteren Fragen stehe ich auch gerne einmal direkt zur Verfügung.

 

 


 

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Danke Markus für Deine Zeit! Wir sind gespannt auf Dein Launch Deines Blogs :)

 

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