))) im Dialog: Markus Hübner | Frage 2
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Im Dialog über Menschen, Medien & Möglichkeiten: Markus Hübner von Brandflow | Frage 2: Du bist also schon seit 15 Jahren im World Wide Web unterwegs und kein bisschen „ausgebrannt“? Gibt es da keine Sehnsucht nach einem eher offline-zentrierten Leben? Zum Beispiel als Skilehrer?
Meine Weggabelung wäre damals wirklich beinahe in eine ganz andere, offline-zentrierte Linie gegangen. Ich war als Profi-Fußballer beim FC Tirol und vor dem Sprung zu Ajax Amsterdam die mir ein Angebot machten. Das war mit 14 Jahren. Rückblickend werfen sich natürlich schon mal hin und wieder Fragen auf – "was wäre wenn gewesen, wenn …" vor allem wenn ich die Champions League verfolge. Doch ich bin auch sehr glücklich, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe.
Die bisherigen 16 Jahre intensive Auseinandersetzung mit dem Medium Internet haben mich sicherlich geprägt. Es ist für mich nach wie vor faszinierend welche Weite und Tiefe an Vernetzungen und Informationen existieren. War es am Anfang der spielerische Ansatz die verschiedenen Dienste auszuloten (was mit UNIX schon eine echte Herausforderung war) so stellte sich auch gleich das leidenschaftliche Verlangen heraus Themen zu ergründen. Da wird es allen gleich gehen die sich für ein Thema begeistern können. Man gelangt auf eine Website, liest sich ein … verfolgt noch einen Link, ist begeistert … man stößt noch weiter vor, gräbt noch tiefer, gelangt zu immer noch ausgefeilteren Dingen und Szenen. Doch genau darin liegt auch eine der "Gefahren", denn den "noch besseren" Link, die bessere Information wird es immer geben. Diese Suche wird nie ein Ende haben, alleine durch das dynamische und organische Wachstum des Internets und seiner Inhalte.
Über den Lauf der Jahre habe ich so viele Entwicklungen, Innovationen, Konzerne usw. kommen und gehen sehen. Deshalb wird man vielleicht auch etwas ruhiger wenn man aktuellen, hochgelobten Trends begegnet. Ich bin heute allerdings genauso hungrig, wissbegierig und leidenschaftlich bei der Sache wie in den Anfängen.
Auch wenn ich Tag ca. 3-4 Stunden mit Lesen verbringe ist es eine sehr spannende Aufgabe meine Lieblingsthemen zu verfolgen. Ob Markenführung bzw. Branding in allen Facetten, Design, Typografie, Musik, Quantenphysik usw. Es gibt so viele Dinge von deren Schönheit und Perfektion ich begeistert bin. Ich kann mir da überhaupt nicht vorstellen jemals ausgebrannt zu sein. Das mag auch daran liegen, dass ich so viele unterschiedliche und abwechslungsreiche Themen verfolge.
Abschließend sei natürlich schon auch erwähnt, dass man sich in dieser ständig noch dynamischeren und informationsdichteren Welt (im Seed Magazin – http://seedmagazine.com/ - hab ich z.B. fast schon erschreckend gelesen, dass die in 2008 produzierten Informationen mehr sind als die gesamte Menschheit in den letzten 40.000 Jahren hervorgebracht hat) auch "offline Zeiten" nehmen muss. Da kommen mir ausgleichende Bereiche wie autogenes Training, meine emotionalen Reisen mit der Musik usw. sehr entgegen. Ohne sich Time-Outs zu nehmen um wieder die Innere Mitte für sich selbst zu finden kommt man aus der Ruhe bzw. der Mitte. Auch der laufende Austausch im Freundesumfeld ist für mich unerlässlich. Ich möchte Tag für Tag Spaß haben, meine Freude mit anderen teilen und wenn ich mein Wissen zum Wohle anderer einsetzen kann ist das wunderbar.
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Hübi, du sollst nicht ‘nur’ lesen sondern auch teilen, publizieren, bloggen. Ich hoff das gelungene Interview gibt dir endlich den letzten Ruck
ps Hannes: Das Aufteilen des Interviews in mehrere Teile mag angesichts der langen Antworten zwar Sinn machen, dennoch fände ich Markus unzerrissen spannender. Nur mal so meine Meinung dazu…
Ok, nachdem nach Georg auch Du das Feedback gibst, werde ich mir das zu Herzen nehmen
Ich teile seit jeher mit großer Freude, halt noch mündlich, per direktem Austausch usw. Aber auch ein Blog wird es geben. Stay tuned
Ui, der gesellschaftliche Druck wird immer größer auf Dich, Markus
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