Trari, Trara, die Post ist im Arsch
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Post Chef Anton Wais hat es derzeit nicht einfach. Erst die Gewinnwarnung, dann der Absprung von Quelle Versand (einem der größten Kunden) und nun ein herber Börsensturz. Reaktion: Jobabbau und Ausbau des B2B Bereiches. Wie kreativ.
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Gleichzeitig will er dem Postregulator ins Gewissen reden, um die Rahmenbedingungen des Privatkundenbereiches für die Post zu lockern. Derzeit muss die Post – als ehemals staatlicher Betrieb – eine strenge Zustellpflicht erfüllen, um die Infrastruktur „Post“ für jeden Staatsbürger zu garantieren. Herr Wais sieht darin eine Wettbewerbsverzerrung, da die privaten Konkurrenten keine Pflichten haben. Dabei scheint Herr Wais vergessen zu haben, dass die gesamte Postinfrastruktur und ihre marktbeherrschende Position mit Steuergeldern bezahlt worden ist.
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Kulturprobleme
Beim Infrastruktursymposium Future Business Austria tönte Dr. Herbert Götz (Vorstandsdirektor Post AG) noch von einer weitern Serviceoffensive, die Wirklichkeit sieht – wie die meisten selbst erfahren haben – anders aus. Die Post kämpft mit einem Kulturproblem. In Richtung Shareholder will man sich als modernes Unternehmen verkaufen, dass schnell und flexibel auf Markt- und Kundenbedürfnisse reagieren kann. In Wirklichkeit kämpft die Post mit ähnlichen Problemen wie die ÖBB: Eine quasi Beamtenkultur soll sich innerhalb kurzer Zeit völlig wandeln. Dass der „entspannte“ Postler seine über Jahrzente aufgebaute Arbeitseinstellung nicht aufgrund eines neuen Logos bzw. einem Namenszusatz „AG“ von heute auf morgen ändert, leuchtet ein. So traurig das ist. Da hilft auch kein zahlenorientierter und politikverseuchter Verwalter an der Spitze. Der ist vom Profil eines visionären Unternehmers so weit weg, wie nur mögich.
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Ohne der Post etwas Böses zu wollen, so hoffe ich, dass auch Amazon auf einen neuen Zusteller in Österreich wechselt. Die Wirklichkeit – lieber Herr Wais – sieht leider noch immer so aus, dass z.B. mein Postler mich jedesmal bittet, ihm die Treppen entgegen zu kommen. Der völlig gesunde Mensch hat auch noch die Frechheit, dass als Freundschaftsdienst zu verstehen. Was für ein Irrsinn. Service wo bist Du?
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Realitätsverlust
Dieser Gattung von Angestellten kann man es auch schwer erklären, dass ich dafür bezahlt habe, dass er motiviert, lächelnd und zuvorkommend zu mir rauf läuft. Er sieht sich eher selbst in einer Opferrolle. Und beschwere ich mich, passiert nix (ich habe das bereits gemacht). Auch nicht verwunderlich, denn bei Anruf im ServiceCenter der Post, spreche ich ja wieder mit derselben Gattung von Dienstnehmer. Da muss ich plötzlich beweisen, dass der Service schlecht ist und mir die Frage gefallen lassen, warum ich mich denn so aufrege.
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Dafür hört man die realitätsfernen Chefs tönen, dass man im Service top sei (Dabei wäre es so sympathisch, wenn mal einer sagen würde „Unser Service ist derzeit Scheiße“). Da kann ich mir das Lachen nicht verkneifen. Aber diese Realitätsferne der Chefs ist ein österreichisches Problem der Sonderklasse.
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Mein Realitätsförderndes Maßnahmenprogramm:
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(1) ÖBB Manager dürfen nur noch öffentlich – in der normalen Bauernklasse – reisen. Mindestens 1000 km pro Woche.
(2) Post Manager müssen ihr privates Konto in einer Postfiliale eröffnen
(3) Telekom Manager müssen jede Woche versuchen, einen Festnetzanschluss zu kündigen
(4) Alle Manager müssen mindestens einmal pro Woche – anonym – einen Dienst ihres Unternehmens beanspruchen
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Wenn die Post überhaupt kommt. Oft genug passiert es, Pakete auf die Tour gar nicht mitgenommen, sondern nur noch Zustellbenachrichtigungen in die Postkästen geworfen werden.