Heute war ich bei meiner Bank. Das kommt selten vor. Umso mehr habe ich zum Beobachten und Analysieren, wenn ich mich so wie heute in der Schlange anstellen muss. Und wieder fallen mir unentdeckte Potentiale auf.
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Ich stehe also dort und warte. Es ist nur ein Schalter geöffnet. In der Schlange stehen schon 5 Personen. Drei weitere Bankangestellte, bleiben in Sichtweite seelenruhig sitzen (die können froh sein, dass sie nicht mich als Chef haben). Doch diese ignorieren von Kundenbedürfnissen ist ja nichts Neues. Ich entdecke noch etwas Besseres.
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Neben dem Schalter hängt ein Schild. Darauf steht: „Bitte Abstand halten“. Das kennt man von jeder Bank (Schilderproduzent müsste man sein). Blöd nur, dass vom Schalter bis zur Mauer nur 3 Meter Abstand sind.
Rechnung: 5 Leute / 3 Meter = … 
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Abstand ist also nur ein Wunschtraum. Ich konnte genau hören, wie viel der Kunde vor mir sein Konto überzogen hat. Was für eine Diskretion (In der Bank ist es zudem totenstill).
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So das normale Bild in Österreichs Banken. So ist es seit Jahrzenten. Stillstand. Tiefschlaf. Keine Entwicklung. Nur nix in Frage stellen. Nur nicht weiter denken. Nur nicht in die Rolle des Kunden schlüpfen. Völlig egal, diese Fleißaufgabe.
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Dabei wäre es so einfach. Man stelle sich vor, die Innenarchitekten würden etwas nachdenken. Sich in den Prozess rein denken. Mein Bautechnik-Professor sagte immer: Form folgt Funktion. Eine Regel, viele Lösungen.
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Besser geht’s immer: Einfache, halboffene Glassäulen mit seitlichen Zugangsschlitzen, vom Boden bis zur Decke, würden einen diskreten Schutzraum für den Bankangestellten und den jeweiligen Kunden schaffen, ohne mehr Platz zu beanspruchen. Herrlich!
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Ich habe so ein ähnliches System als Experiment in einem Büro in Paris gesehen. Dort wurden in einem Großraumbüro, halboffene Glaskuppeln über die Schreibtische gestülpt. Auch diese schaffen einen hellen, aber gefühlsmäßigen sowie schalltechnischen Schutzraum für Telefonate. Lichttechnisch und atmosphärisch um Welten besser, als die bei uns verbreiteten Trennwände, die das Gefühl aufkommen lassen, man sei ein Hamster in einer Schuhschachtel (Leider habe ich kein Bild davon im Netz entdeckt)
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Aber warum auch Nachdenken. Mehr von demselben. Nur nichts in Fragen stellen.
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Diese Problematik setzt sich in öffentlichen Ämtern konsequent fort. Da machen die Schweizer ein besseres Bild. Da gibt es zum Beispiel auf der Post Nummern, die einem Neukunden zugeteilt werden. Klare, baulich getrennte und markierte Zugänge zu den Schaltern. Diskretionszonen, die diskret sind.
Wenn man in eine UBS Bank geht, hat man das Gefühl, man ist im Eingangsbereich eines Luxushotels.